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Der „Preußische Designer“, wie ihn die New York Times einst betitelte, wird 70! In Joop’scher Zeitmessung ist das kein Alter, es ist lediglich eine Zahl. Das echte Alter misst sich nach seiner Ansicht am inneren Bauchgefühl. An der Lust aufs Leben. Oder am kreativen Drang. Nimmt man bei Joop all das als Maßstab, dann ist der umtriebige Modemacher gefühlt höchstens 40.  Joop hat noch jede Menge Lust am Leben, erfindet sich auch nach mehr als fünf Jahrzehnten in der Modewelt immer wieder neu. Als ihn Heidi Klum in der letzten Staffel als Juror für „Germany’s Next Top Model“ engagierte, rümpften nicht wenige die Nase. Warum er das nötig habe, bei einem solchen Format mitzuwirken, wo er nur als Komparse der Klum fungieren würde. Doch wer Joop kennt, weiß, dass ein Joop sich nicht als Komparse einspannen läßt, sondern so ist und redet, wie es ihm beliebt. „Ich genieße es, auch mal neue Dinge zu probieren. Eine Menge Leute haben das nicht verstanden.  Die taten gerade so, als würde ich einen Pornofilm drehen. Heidi ist schlau, sie weiß genau, dass es ihr und der Show hilft, was ich einbringe“, sagt Joop, der auch in der 10. Staffel wieder als Juror mit an Bord sein wird.

Stillstand, das ein Wort, dass Joop fast noch mehr hasst als den Begriff Rente. Ruhestand, davon will er gleich gar nichts wissen, auch wenn er beruflich mehr erreicht hat, als er es sich je hätte träumen lassen. Sein Joop-Imperium verkaufte er 2001 für satte 150 Millionen  Mark und hat seinen Platz als einer der erfolgreichsten deutschen Designer fix in der Branche.  „Ich möchte flexibel sein in allem, was ich tue und mich selbst und andere immer wieder neu überraschen. Außerdem habe ich ja nichts eingezahlt in die Rentenkasse, also kriege ich auch nichts ausgezahlt und kann gar nicht in Rente gehen“, sagt Joop in für ihn typischer Manier. Dennoch: Gedanken macht er sich schon über das, was die Zukunft bringt. Über den Moment, wenn der Körper oder der Geist nicht mehr mitspielen will bei seinem Tatendrang. Andererseits kann man auch nicht ewig weitermachen. „Ich sehe das gerade an meiner Hündin Gretchen, sie ist 13 Jahre alt und wird altersschwach. Das ist traurig zu sehen. Wenn die Sinnesorgane nicht mehr funktionieren, dann muss man wohl das Feld räumen. Das Verschwinden ist sicher nicht so leicht, wenn man so lange präsent war. Aber ich stelle es mir auch ganz schön vor, wenn man selbst kontrolliert, wann Schluss ist. Stecker ziehen, Licht aus, nicht mehr ans Telefon gehen. Ich habe alles probiert, und irgendwann ist auch gut.“

Dass dieser Moment noch in sehr weiter Ferne sein wird, das wünschen wir Wolfgang Joop von Herzen. Happy Birthday, Wolfgang Joop!

 P.S.: Wolfgang Joop hat während der Dreharbeiten zur jüngsten Staffel von “Germanys Next Topmodel” in Los Angeles Gefallen gefunden an dem Umfeld von Hollywood. Der deutsche Star-Designer, der auch in Staffel 10 von GNTM wieder in der Jury sitzen wird, denkt nun sogar darüber nach, ob er sich in L.A. ein Kreativ-Studio einrichten sollte. Joop sagt:

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Wolfgang Joop mit Chefredakteur Andreas Renner von neuH

“Ich finde Los Angeles toll, vor allem Downtown hat es mir angetan. Ich würde gerne mal länger in Los Angeles bleiben, Downtown ist das neue kreative Zentrum der Metropole. Da hat sich so viel verändert, es ist eine  richtig spannende Energie zu spüren. Es herrscht eine große kreative Bewegung dort, das gefällt mir. Man darf auch mal Kunst machen, die Grenzen überschreitet. Das wäre in Deutschland so nicht möglich. Ich denke nun darüber nach, mir ein Studio in L.A. einzurichten, wo ich wieder mehr künstlerisch aktiv sein kann.”

Mit dem Star-Rummel in Hollywood hat Joop hingegen weniger am Hut. Was die Designer-Kollegen alles für die Red Carpets gestalten, interessiert ihn nicht die Bohne:

“Ich verfolge nicht, was die Stars so alles tragen,  weil nicht wirklich viel Kreatives dabei ist. Leute wie Scarlett Johannson oder Keira Knightley finde ich spannend. Oder Miley Cyrus und Taylor Swift – mit denen könnte ich mir vorstellen zu arbeiten. Aber eine wie Angelina Jolie ist schrecklich gekleidet. Dieser zu große Kopf, die dünnen Ärmchen, ein zu dünner Hals und dazu diese schwere Roben und furchtbare Haarteile.  Von diesen Typen gibt es in Hollywood so viele, die haben oft Klamotten an wie aus dem Fundus. Und dieses eingefrorene Lächeln dazu – grausam!”

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