Up in Smoke – ein etwas anderer Cocktail

“Manchmal wache ich um 3 Uhr Nachts auf, weil ich eine unfassbar gute Idee habe und dann stelle ich mich in Shorts und Socken in mein Labor und mixe herum. Das passiert so etwa drei bis vier Mal in der Woche“. sagt Jason Eisner. Jason  ist Chef-Barkeeper bei „Gracias Madre“, einem wunderbaren vegan-mexikanischem Restaurant in West Jason-Eisner-5-webHollywood. “Beverage Director” nennt sich das dort. Er ist derjenige in der Küche, der mit Zutaten herumspielen darf, bis ein phänomenaler Cocktail dabei herauskommt. Klingt nach einem ziemlich coolen Job. Heute serviert er uns “Up in Smoke”, seinen Spezial-Cocktail aus der Bong. Einmal mehr ein Beweis dafür, dass vegan ganz und gar nicht langweilig ist.

Limonade mit Hopfen

Jason ist kaum größer als ich, hat kurzgeschorene Haare und einen aufgeweckten Blick. Es begeistert mich zu sehen, wie er beginnt seine Cocktail-Geschichte zu erzählen. “Zugegeben, ich bin schon ein begeisterter Kiffer, das könnt ihr ruhig so schreiben”, sagt er und lacht. Tatsächlich keine große Überraschung für uns. Die Idee zu “Up in Smoke” hatte er, als er in einer Wein-Karaffe versucht hat Limonade mit Hopfen zu versetzen. Ein paar Destillations- und Kochversuche später rauchte er schließlich den Hopfen in der Wein-Karaffe, die in ihrer Form an eine Bong erinnert. Von da an war es nur noch ein kleiner Schritt die Limonade zu destillieren und sie mit Hanfsamen in einer Bong abzugießen. Klar, liegt auf der Hand. Wie kommt man auf so etwas, frage ich mich. Doch Jason scheint sich auszukennen in seinem Metier.

Bier ist ein bisschen wie Gras

“Wenn man Bier trinkt, trinkt man irgendwie auch ein bisschen Gras”, sagt er grinsend. Hopfen gehört zur gleichen botanischen Familie wie Cannabis. Nach langem herumprobieren und dem richtigen Mix aus Zutaten wie Tequila, mit Hopfen versetzte Gurkenlimonade, Zitrone, hausgemachter Sellerielikör, Wasser und in der Bong geräucherte Hanfsamen, war “Up in Smoke” endlich geboren. Rauchen kann man den Cocktail selbst zwar nicht, aber wenn er in das Glas gegossen wird, trinkt man den Rauch.

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neuH Reporterin Jenny mit Jason und dem fertigen Getränk.

Er schmeckt hervorragend. Irgendwie mild, aber dennoch klar im Geschmack. Und frisch. Das Raucharoma wir nur angedeutet. Mmmm, sehr gut. Ein verspielter Cocktail. Um diesen geschmacklich perfekt ausbalancierten Cocktail zu mixen, hat Jason 200 Arbeitsstunden inverstiert. Nicht ganz ohne also.

Eine rein pflanzliche Variante des Margarita

“Up in Smoke” ist auch nicht der gängiste Cocktail auf der Karte. 20 – 30 verkauft das Resturant im Durchschnitt an einem Abend. Das ist natürlich kein Vergleich zu den hausgemachten Margaritas, aber der Cocktail aus der Bong ist ja auch etwas Besonderes. Serviert bekommt man dazu nämlich auch eine kleine Show. Es ist einfach spektakulär wie der dicke Qualm aus der Bong aufsteigt, um anschließend milchig in einem Glas mit klaren Eiswürfeln zu münden. Eine rein pflanzliche, verrauchte Variation eines Margaritas. Jason liebt es den Cocktail selbst zu servieren und sich dabei mit den Gästen zu unterhalten. Dabei kann er richtig „nerdy“ werden verrät er uns. “Wenn die Gäste happy sind, dann bin ich’s auch.”

Neben “Up in Smoke” sind auch noch weitere Cocktails aus der Bong geplant. Der nächste auf der Karte wird “Smoke Bob Square Pants” heißen und wird in einer Ananas, die als Bong fungiert, serviert. Jason’s wunderbar kindliche Begeisterung für seine Cocktails ist richtig ansteckend. Seiner Kreativität und Experimentierfreudigkeit sind offenbar keine Grenzen gesetzt. Vielleicht sollte ich auch anfangen Cocktails zu mixen…

 

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