Eine persönliche Begegnung mit Mia Wasikowska

Ich traf Mia Wasikowska im Four Seasons Hotel in Beverly Hills zum Interview. Sie trug einen dünnen, gestrickten Pullover mit kurzen Ärmeln und einen weiten, knielangen schwarzen Rock mit einer dicken schwarzen Strumpfhose und schweren schwarzen Schuhen mit dicker Sohle. Sie sieht sehr hübsch aus mit ihren kurzen, blonden Haaren. Die 26 jährige ist nett und freundlich – aber auch sehr scheu und schüchtern Dadurch wirkt sie irgendwie viel jünger als sie ist. Mia überlegt sich ihre Antworten sehr genau und formuliert diese auch immer wieder sehr vorsichtig um. Man liest allgemein sehr wenig über Mias Privatleben und sieht selten Fotos von ihr.

Die gebürtige Australierin kommt nun als  „Alice im Wunderland“ in die Kinos zurück. Alice ist erwachsen geworden, genau wie Mia.  Alice Kingsleigh (Mia Wasikowska) hat die letzten Jahre damit zugebracht, in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten und über die sieben Weltmeere zu segeln. Wieder zurück in London findet sie einen magischen Spiegel und kehrt in die fantastische Welt von Unterland zurück.

Was war der grösste Unterschied für Dich persönlich zum ersten Film?

Alice-2-HDS-2Ich wusste dieses Mal was mich erwartet. Bei dem ersten Film war ich noch ein Neuling im amerikanischen Filmgeschäft. Damals waren so Sachen wie ein „Green Screen“ komplett neu für mich.  Die Alice im ersten Film ist zudem etwas unsicher und seltsam. Jetzt ist sie selbstsicher und weiß was sie will!

Ist das bei Dir auch so wie bei Alice?  Bist du mittlerweile selbstbewusster?

Ja, kann man fast so sagen. Auch einfach deswegen , weil ich jetzt besser weiß, was mich erwartet in Hollywood.

Die Produzentin des Filmes hat uns erzählt, dass es toll ist mir Dir zu arbeiten. Weil es Dir um die Schauspielkunst geht und nicht ums Geld oder darum berühmt zu werden. Was sagst Du dazu?

Das ist aber nett! Ja, das stimmt schon. Es macht einfach so viel Spaß Projekte zu machen, die einen kreativ stimulieren. Es gibt nichts besseres als  kreativ erfüllt zu sein und dadurch ein schönes Leben zu führen.

Wenn Du selbst in der Zeit reisen könntest,  wohin würdest Du reisen und warum?

Ich denke ich wäre gerne wieder ein Baby für ein paar Tage! Dass jemand sich einfach wieder voll und ganz um mich kümmert, man keine Verantwortung tragen muss. Man wird rumgefahren und gefüttert! Das klingt toll.

Was gefällt Dir persönlich an Alice?

Ich finde es interessant zu sehen, was damals von Frauen erwartet wurde und wie es sich im Laufe der Zeit verändert hat. Das ist auf jeden Fall schon eine Verbesserung, aber wir haben wahrscheinlich noch einen langen Weg vor uns bevor Frauen den Männern gegenüber komplett gleichgestellt sind.  Mir gefällt, dass man mit der Figur der Alice den sehr jungen Mädchen, die diesen Film sehen werden, ein gutes Beispiel vorlebt. Eine Frau, die sehr selbstsicher ist und grosse Ansprüche an sich selbst stellt. Die weiß, was sie machen will und wer sie sein will. Das gefällt mir persönlich am Besten.

Die Evolution der Frau –  ist das ein Thema, das Dir wichtig ist?

Ja, auf jeden Fall, das ist immer ein heißes Thema! Und es verändert sich ständig. Wie gesagt, wenn ganz junge Mädchen so eine starke Figur wie Alice sehen, ist das doch toll.

European Premiere of Disney's "Alice Through The Looking Glass"

Mit Johnny Depp bei der Premiere in London.

Du hast in den letzten Jahren mit vielen tollen Regisseuren gearbeitet und auch selbst schon Regie geführt. Welchen Regisseuren oder Schauspiel-Kollegen würdest Du um Rat fragen?

Rodrigo Garcia, ein Regisseur mit dem ich vor langer Zeit gearbeitet habe und  Guillermo del Toro, der nimmt sich immer Zeit und ist so liebenswürdig. Nicole Kidman, sie ist so freundlich und hat mir auch mehrmals gesagt: „Wenn Du Hilfe oder Rat brauchst, ruf mich an.“  Ich habe viele nette Kollegen!

Und hörst Du auf den Rat der Kollegen?

Schon, aber man muss auch aufpassen. Ratschläge werden sehr gerne und unaufgefordert verteilt. Meistens ist es sehr interessant. Ich habe das Gefühl, Ratschläge sagen viel über die Personen aus, die sie vergeben.

Was war denn der beste Ratschlag bisher zum Thema Hollywood uns das Business?

Es ist ganz einfach und wahrscheinlich langweilig: „Höre auf Dein Bauchgefühl und folge Deinem Instinkt.“

Tim Burton ist nach der Regiearbeit beim ersten Film diesmal einer der Produzenten, der Regisseur bei diesem Film ist James Bobin. Was ist der grösste Unterscheid zwischen den beiden?

Sie sind beide tolle Regisseure und unglaublich nette Menschen, aber sehr unterschiedlich. James hat seine eigene Perspektive und seinen eigenen Humor in den Film gebracht. Tim artikuliert seine Vorstellungen in einer sehr visuellen Form, mit James kann man verschiedenen Sachen direkter absprechen.

Zum Inhalt des Filmes:

Der Verrückte Hutmacher (Johnny Depp), der aber nicht mehr er selbst ist – er hat sein Mehrsein verloren. Um ihn zu retten, schickt die Weiße Königin (Anne Hathaway) Alice los, nach der Chronosphäre zu suchen, einer Metallkugel im Inneren der Großen Uhr, von der alle Zeit ausgeht. Auf ihrer Reise in die Vergangenheit trifft Alice auf Freunde – und Feinde – in verschiedenen Stadien ihres Lebens. Es ist ein gefahrenvoller Wettlauf mit der Zeit, um den Verrückten Hutmacher zu retten, bevor sein letztes Stündlein geschlagen hat…

Fotos: 2016 Disney Enterprises, Inc.

 

Johnny Depp im Wunderland

Leave A Comment

Your email address will not be published.