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Photo by: Brendon Thorne/Getty Images for Paramount International

In Ihrem neuen Film „Ninja Turtles“ spielen Sie eine Entertainment-Journalistin, die Stars fragen stellt am Roten Teppich. Könnten Sie eine gute Journalistin sein?

Star-Reporter nerven mich hingegen. Ich würde niemals über Promis berichten wollen. Aber auch die „echten“ Nachrichten, die über alles berichten, was in der Welt vor sich geht, sind zu viel für mich. Meine Psyche ist sehr sensibel, ich ertrage es nicht, wenn ich ständig negative Nachrichten über Kriege, Konflikte, Hunger, Epidemien höre. Der Journalismus wäre nichts für mich. In „Ninja Turtles“ spiele ich eine Journalistin namens April, die Fragen stellt wie „Was trägst du heute?“  Ich spiele also die Leute, die mich interviewen, wenn ich auf dem Roten Teppich bin. April macht auch Formate, die im Klatschfernsehen zu sehen sind, aber ihr Bestreben ist es, als Journalistin ernst genommen zu werden. Sie wäre gerne wie Anderson Cooper, stattdessen interviewt sie aber Leute darüber, was sie für Klamotten tragen. Sie ist unglücklich und auf der Suche nach einer Geschichte, mit der sie endlich durchstarten kann. Zufällig kommt sie dann hinter eine Sache, in die die Turtles involviert sind. Sie wird immer tiefer mit in die Geschichte hinein gezogen.

Sie waren bereits während der Dreharbeiten schwanger?

Ja, ich war daher sehr sensibel am Set! Mich haben Dinge zum Weinen gebracht, über die ich normalerweise gar nicht nachdenke. Alles was man im ersten Trimester während der Schwangerschaft tun möchte, ist im Bett zu liegen und Filme zu gucken. Du willst nicht arbeiten. Jede Art von Arbeit stresst dich! Du willst nicht ins Büro, du willst nicht ausgehen, und du willst definitiv auch keinen Action-Film drehen, wo du durch die Straßen von New York City rennst und über Zäune kletterst. Es nimmt einen definitiv körperlich in Anspruch, wenn man schwanger ist! Aber das ist mein Job und ich habe einen Vertrag unterschrieben. Es gab einfach keinen Weg zurück, selbst wenn ich das gewollt hätte. Manchmal war es echt hart. Insbesondere gegen Ende der Dreharbeiten gab es ein paar Momente, wo es immer schwieriger wurde. Damals hatten wir über einen längeren Zeitraum so hart und lang gearbeitet, jeder war einfach erschöpft, besonders ich. Im ersten Trimester ist es, als würde ein kleiner Vampir in dir wachsen, der alle Vitamine und Nährstoffe aus dir raus saugt. Das bedeutet, dass man so gesund wie möglich leben muss.

Hatten Sie das Baby geplant?

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Mit Ehemann Brian Austin Green
Photo by: Kevin Winter/Getty Images for Paramount Pictures

Nein, meine erste Schwangerschaft lag ja gerade einmal sechseinhalb Monate zurück. Es war also nicht geplant, es war eine Überraschung. Ich hatte es im Gefühl, wusste, dass etwas im Busch war. Mir war nicht wohl und ich hatte Stimmungsschwankungen. Den Test habe ich dann erst während der Dreharbeiten gemacht, mein Mann Brian erfuhr es von mir in meinem Wohnwagen auf dem Studiogelände.

Sie sind schon wieder in Topform. Wie schafft man das?

Ich habe  es genossen schwanger zu sein und genieße es Kinder zu haben. Ich habe aber auch den Unterschied zwischen dem ersten und dem zweiten Kind gemerkt. Nach der ersten Geburt habe ich bereits eine Woche später mit dem Training angefangen, dieses Mal habe ich bis acht Wochen gewartet. Ich denke, dass das aber auch bei jedem unterschiedlich ist. Bei mir kommt es vor allem darauf an, was ich esse. Ich musste meine Essgewohnheiten ändern. Ich esse kein Brot mehr, stattdessen viel Proteine und Früchte, Gemüse.  Das gibt wirklich Energie und macht mich leistungsfähiger. Als Mutter ist man in der Lage mehr Energie aufzubringen ohne ausgelaugt zu sein, wenn man sich richtig ernährt.

Wie hat Muttersein Sie verändert?

Ich wurde mir sehr schnell der Verantwortung bewusst, die man als Elternteil trägt und mir viele Gedanken gemacht über  diese überirdische Verbindung, der Absicht der kleinen Seele, warum sie gerade mich ausgesucht hat, ihre Mutter zu werden. Und man stellt sich solche Fragen immer wieder, die man sich nicht gestellt hat als man jünger war, weil sie einfach nicht wichtig erschienen. Ich habe das Gefühl, es ist jetzt viel leichter Dinge zu akzeptieren. Andererseits: ich schleppe einen solchen Ballast mit mir rum und ich muss so sein, wie meine Kinder mich brauchen. Sie haben mich auserwählt, also muss ich jetzt herausfinden, wer ich für sie sein muss. Die Mutterschaft hat mich also auf eine spirituelle Selbstfindung geschickt.

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Megan mit den Tenage Ninja Turtles
Photo by: Industrial Light & Magic / Paramount

Haben Sie schon Antworten gefunden?

Ich versuche so viel wie möglich zu lesen. Ich habe alle Arten von alten, religiösen Texten gelesen. Ich versuche die Kabbala zu lesen. Manchmal ist es schwer zu verstehen, da ich keine philosophische Ausbildung, Vorkenntnisse oder kein Hintergrundwissen habe. Ich war nie auf der Universität und habe Religion oder ähnliches studiert, aber ich lese das Henochbuch, die Bibel. Ich lese alles was ich in die Finger bekomme. Ich habe auch einen Hang zur Hippie- und Bohème-Kultur, Kristallen und deren Heilung und so weiter. Ich arbeite viel mit meiner Intuition.

 

Sie wollen sich angeblich auch Ihre Tattoos entfernen lassen?

Ich möchte einige Tattoos loswerden. Wenn man 18 ist, ergibt es einen Sinn, sich ein Motiv stechen zu lassen. Mit 28 Jahren und als Mutter ergeben sie  einfach keinen Sinn mehr. Ich möchte nicht mehr das Portrait von Marilyn Monroe auf meinem Arm haben. Es ist nicht mehr aussagekräftig, es spiegelt nicht die Richtung wieder, die mein Leben eingeschlagen hat, oder was mir wichtig ist.

Vorbei sind also die Tage als Sexsymbol und wilde Partymaus?

Ich bin definitiv ein ganz anderer Mensch heute als noch vor fünf Jahren. Und das ist auch gut so, man muss ich weiter entwickeln. Ich fühle mich heute wohler in meiner Haut, als Mutter und Ehefrau. Diese Rolle ist meine liebste Hauptrolle. Klingt wie Klischee, ist aber wahr.

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