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Photo by: Frank Lothar Lange, Styling by : Sabrina Klein

Was er schreibt, wird zum Hit: Lars Amend aus Berlin. Der 36-jährige Schriftsteller hat in den letzten sechs Jahren fünf absolute Top-Bücher geschrieben. Den Start machte er 2008 mit der Biografie des Deutsch-Rappers Bushido (36). Diese verkaufte sich über 200.000 mal, stand auf Platz 1 der Spiegel-Bestseller-Liste und wurde von Bernd Eichinger mit hochkarätiger Starbesetzung (Moritz Bleibtreu, Hannelore Elstner, Karel Gott, Uwe Ochsenknecht, Elyas M’Barek) fürs Kino verfilmt. Es folgte „Rock Your Life“, ein Motivations-Buch mit der Scorpions-Legende Rudolf Schenker, für das Paulo Coelho ein exklusives Vorwort beisteuerte und das ein internationaler Bestseller wurde. Sein neuestes Werk heißt: „Der Verführungscode: So kannst du jede kriegen“. Wie der gebürtige Gießener Erfolg definiert und was er in dieser Hinsicht von Pharrell Williams gelernt hat, erzählt er exklusiv auf neuH .

Verrate uns doch mal: Was ist dein Erfolgsgeheimnis?

Viele fragen mich, wie kann ich erfolgreich werden? Wie kann ich das schaffen? Ich sage dann immer: Es gibt keine Regel, außer: Bleib dir selbst treu, versuche nicht berühmt zu werden und folge DEINEM Traum. Die meisten scheitern, weil sie nicht an sich glauben und bei den ersten Schwierigkeiten sofort aufgeben. Vielen Menschen fehlt es an Selbstvertrauen.

Wie kommst du darauf, dass allein das ein Schritt zum großen Erfolg ist?

Ich hab das vor 12 Jahren von Pharrell Williams gelernt. Mit ihm habe ich mich damals lange unterhalten. Auch über Erfolg. Er erzählte mir, dass zu Beginn seiner Karriere keiner seine Musik wollte. Zusammen mit Chad Hugo hatte er Anfang der 1990er-Jahre das Produzenten-Team The Neptunes gegründet. Die Plattenfirmen und Musikverlage sagten ihnen aber, dass ihr Sound nicht aktuell wäre. Sie sollten lieber R&B machen, der nach Whitney Houston oder Mariah Carey klingt. Das wollte Pharrell aber nicht. Er blieb seinem Stil treu und ließ sich von Absagen und der Meinung irgendwelcher Leute nicht verunsichern. So produzierten sie jahrelang weiter, still und ohne Aufsehen zu erregen. Bis US-Rapstar Noreaga plötzlich einen ihrer Beats für seine Single „Superthug“ pickte. Die Nummer wurde ein großer Hit und plötzlich wollten alle den typischen Neptunes-Sound: Britney Spears, Justin Timberlake, Jay-Z, Madonna. Mit über 500 fertigen Songs in der Schublade konnten sie sofort liefern, weswegen sie mit ihren Produktionen auch jahrelang in den Top 10 der Charts vertreten waren. Hätte Pharrell seinen Stil damals geändert, um schnellen Erfolg zu haben, wäre er niemals der coolste Popstar der Welt geworden. Das habe ich mir gemerkt: Es ist immer besser ein Original zu sein, auch wenn dich am Anfang niemand bemerkt. Lass dich von anderen inspirieren, aber kopiere sie nicht und vor allem: Mach nur, worauf du wirklich Bock hast.

Und dann hattest du Bock, das Buch von Bushido zu schreiben?

Ja klar. Er hat mich gefragt und ich habe sofort zugesagt. Ich war ein Jahr lang mit ihm unterwegs, auf Tour, im Studio, ich war überall mit dabei. Als das Manuskript dann fertig war, boten wir es den großen deutschen Verlagen an. Doch wir erhielten von allen die gleiche Antwort: „Nein, danke!“

Wie hast du es doch noch an den Mann gebracht?

Ich war erstmal verwundert, dass niemand das Buch von einem der größten deutschen Popstars veröffentlichen wollte. Bushido und ich waren uns aber einig, dass diese Ablehnung nur zu etwas noch Besserem führen wird. Genau so war es dann auch: Ein kleiner Verlag aus München erkannte das Potential und griff zu. Wenig später landeten wir auf Platz 1 der Spiegel-Bestseller-Liste. Die großen Verlagshäuser wunderten sich über unseren Erfolg, der für sie völlig unerwartet kam. Einige Lektoren schrieben mir danach sogar und entschuldigten sich für ihre Absage. Denke immer daran: Ablehnung sollte dich niemals dazu veranlassen, deinen Traum aufzugeben. Der schnelle Weg ist nicht unbedingt der beste.

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Das aktuelle Buch von Lars Amend

Gibt es denn trotz deiner ganzen Erfolgsbücher noch Zweifler?

Natürlich! Vor kurzem sollte ich eine Lesung in einem kleinen Dorf im bayrischen Wald an der tschechischen Grenze halten. Der Organisator hatte zuvor mit dem Chefredakteur der größten regionalen Tageszeitung darüber geredet. Der sagte ihm, dass zu einer Lesung in seinem Ort keine zehn Leute kommen würden. Ich allerdings war der Überzeugung, dass wir das trotzdem probieren sollten. Ich behielt Recht: Die Lesung war ein voller Erfolg, ausverkauftes Haus, und der örtliche Buchhändler verkaufte über 100 Bücher. Diese Einstellung habe ich von meinem guten Freund Rudolf Schenker übernommen. Als er mit seiner Band, den Scorpions, in den 1960er-Jahren anfing Musik zu machen und noch keinen Plattenvertrag hatten, spielten sie an allen Orten, wo es eine Steckdose gab – oft nur für ein bisschen Spritgeld und ein warmes Abendessen. „Überall wo wir spielen, können wir Fans gewinnen“, erzählte mir Rudolf. „Ob in einem Kaff in der Provinz oder einer großen Stadt ist doch völlig egal. Wir wollen Musik machen und glückliche Menschen zurücklassen, die sich für immer an diesen Abend erinnern werden.“ Dieses Motto der Scorpions, übrigens der erfolgreichsten deutschen Rockband aller Zeiten, wurde auch zu meinem: Tu was dir Spaß macht, mit Menschen, die dich inspirieren – egal wo, egal wie.

Ist es wirklich so einfach?

Wäre es einfach, könnte es jeder! Versuche, dir und deinem Weg zu vertrauen, auch wenn du nicht alles sofort verstehst. Dinge werden passieren, die dich nachts nicht schlafen lassen. Menschen werden in dein Leben treten und wieder verschwinden. Das ist völlig okay. Mach dir keine Sorgen. Eines Tages wird alles einen Sinn ergeben. Eine Sache sollte man sich immer vor Augen halten: Träume haben keine Altersbegrenzung. Quincy Jones war bereits 49 Jahre alt, als er Michael Jacksons „Thriller“ produziert hat – das erfolgreichste Album aller Zeiten. Du siehst: Es ist nie zu spät, um Geschichte zu schreiben.

Soeben ist dein neues Buch erschienen. Warum sollte Mann das unbedingt lesen?

Weil es um viel mehr geht als der Titel des Buches vermuten lässt. Auf den ersten Blick bekommen die Männern darin eine Anleitung, wie sie ziemlich schnell Frauen kennenlernen können. Aber das ist nur ein kleiner Aspekt. Michel Vincent (Anm. der Red: Deutschlands erfolgreichster Flirt-Experte) und ich erklären, wie man ein glückliches und selbstbestimmtes Leben führen kann; wie man sich unabhängig machen kann von der Meinung anderer und dass es nicht nur gut, sondern absolut notwendig ist, Dinge zu tun, die einem Spaß machen. Wenn man all diese Dinge beachtet, über die wir in dem Buch reden, kommen die Frauen ganz von selbst, weil genau dieser Punkt – Dinge zu tun, die einem Spaß machen, wahre Attraktivität erzeugt. Und weil Männer ja nicht gerne lesen, gibt es den „Verführungscode“ auch als Hörbuch, gesprochen von Charles Rettinghaus, der deutschen Stimme von Robert Downey Jr.

www.lars-amend.de

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