Er ist nur knapp über 1,70 Meter groß und wiegt nicht einmal 60 Kilogramm – doch Alexander Megos ist kein Hindernis zu groß. Der 21-Jährige aus Erlangen ist der neue Shooting-Star der Kletterszene und fährt aktuell einen Rekord nach dem anderen ein. Vor wenigen Wochen bezwang er als dritter Mensch überhaupt einen der schwierigsten Felsen der Welt, den „Lucid Dreaming“ im kalifornischen Bishop. Ganze acht Tage musste er diesen sogenannten „Boulder“ belagern, um endlich alle Züge aneinander hängen zu können. „Ich hatte mich schon ein wenig festgebissen. Ich war im November schon einmal in Bishop, hatte alle meine Projekte durchgezogen und kam dann zu ‚Lucid Dreaming‘. Was für ein hartes Ding. Ich habe ihn damals nicht geschafft. Für mich war klar, dass ich wieder rüber und es erneut probieren muss“ so der 21-Jährige im Interview mit seinem Sponsor „Red Bull“.

„An der Wand“ hängt Megos schon fast sein ganzes Leben lang. „Mein Vater hat mich mitgenommen, als ich etwa fünf Jahre alt war. Mit zehn kletterte ich mit ihm zusammen Mehrseiltouren in den Alpen, bis zu 300 Meter.“ Einen Namen machte sich der junge Deutsche in der Kletter-Szene schnell, zum Star wurde er über Nacht. Vor zwei Jahren brach Alex mit ein paar Kumpels zu einem spontanen Ausflug ins spanische Siruana auf, zur berühmten Route „Estado Critico“, einem Klettergebiet mit besonders hohem Schwierigkeitsgrad. Am zweiten Tag versuchte er sich einfach mal an der Route: „Ich bin los – und dann bin ich irgendwie durchgekommen“, staunt er noch immer selbst über seine damalige Leistung. In rund zwanzig Minuten „Onsight“, wie die Kletterer eine Route nennen, die ohne vorherige Informationen und Tests auf Anhieb durchklettert wird. Die Königsdisziplin quasi – und eine Rekordleistung! Megos bekam dafür später die Silbermedaille im „Rock Award“ verliehen.

Danach folgte ein Hammer auf den nächsten. Gerade ist der 21-Jährige in Australien unterwegs, hat dort bereits 2013 mit dem „Wheelchair“ den schwersten Boulder des Kontinents bezwungen.  Ein Ende ist für ihn nicht in Sicht: „Es wird einfach nicht langweilig. Es gibt so viele Möglichkeiten beim Klettern, so viele unterschiedliche Spielarten und so viele Destinationen weltweit.“ Sein Ziel: Erstbegehungen, neue Routen, die noch keiner zuvor schaffte. Immer näher ans Limit – aber immer gesichert. Ohne Seil zu klettern, kommt für Alex nicht in Frage. „Der Fels ist nicht kontrollierbar. Wie oft bricht am Berg ein Stück ab. Ein Tritt, ein Millimeter kann entscheidend sein. Da kannst du so stark sein, wie du willst, dann hast du trotzdem keine Chance. Es geht mir nicht um die Show, es soll Sport bleiben“, stellt er klar.

In Kalifornien wurde Alex von dem Fotografen und Filmemacher Ken Etzel begleitet. Das Video gibt’s hier:

Alle Fotos von Ken Etzel / Red Bull Content Pool

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