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Photo by: Ellen von Unwerth

Wow, das ist also der neue (oder doch der alte?) Herbert Grönemeyer (58): locker, selbstironisch und herrlich entspannt. „Sie möchten ein Foto? Na klar, kommen Sie ma’ her“, reagierte der große deutsche Sänger („Mensch“) auf die Frage der neuH.com-Autorin bei der Präsentation seines mittlerweile 14. Albums („Dauernd Jetzt“). Und beantwortete in Berlin im Szene-Restaurant „Grill Royal“ genauso relaxt die Fragen:

Herr Grönemeyer, woran merken Sie, dass Sie glücklich sind?

Wenn ich besonders glücklich bin, quatsche ich relativ viel. Und ich finde mich dann besonders originell. Das nervt dann auf Dauer ein bisschen, aber ich halte mich selber dann für extrem lustig. Und da ich prominent bin, lachen die meisten dann auch.

Wie sieht für Sie die schönste Liebeserklärung aus?

Das ist situationsabhängig, das mache ich auch sehr stark mit meinen Händen. Weil ich sehr zartfühlend bin. Ich habe nicht die schönsten Hände, aber sie sind sehr sensibel. Ansonsten gucke ich, was der Moment hergibt. Ich gelte natürlich aufgrund meiner Lieder als sehr einfühlsam, aber da irrt man sich gewaltig. Das ist die Tücke. Ich wurde mal in Österreich von drei Journalistinnen gefragt, wie es so sei als Frauenversteher? Das frage ich mich auch. Ich drucke am besten T-Shirts, auf denen vorne Frauenversteher steht und hinten Macho Coach. Natürlich stilisiert man sich als Künstler in den Texten auf den Alben hoch, aber im privaten Bereich bin ich, was das angeht, genauso verspannt wie andere auch. Ab und zu rutscht mir mal so ein Wort raus, wo mein Gegenüber oder meine Gegenüberin sagt: ,Oh Gott, meinst du das jetzt wirklich ernst?’ – und da muss ich dann nachsetzen und sagen: „Ja.“ Dann ist da schon einiges kaputt.

„Dauernd Jetzt“ heisst Ihr neues Album– leben Sie im Hier und Jetzt?

Ich bin kein Planer, war ich nie und werde ich auch nicht werden. Ich kann auch unheimlich gut blöd rumsitzen und freue mich trotzdem. Das ist meine Art zu leben, das mag jetzt nicht allgemein gültig gut sein, aber ich kann das nicht anders. Das nervt alle Mitmenschen, es ist  nicht ganz einfach mit mir.

Sie heißen Herbert Arthur Wiglev Clamor Grönemeyer – ganz schön viele Namen…

Meine Mutter kommt aus dem Baltikum, die meinte: ,Umso länger der Name, desto edler das Kind.’ Ich finde Wiglev ganz schön, heiße aber tragischerweise Herbert nach ihrem verstorbenen Vater. Ich habe mich immer gewundert, wenn ich Leute getroffen habe, die Herbert heißen, wie man so heißen kann – bis ich feststellte: Ich heiße ja selber so. Also Arthur hätte ich schöner gefunden, das hätte was Kantigeres. Ich bin ja auch ein kantiger Typ, wie man sieht, ich habe sehr kantige Gesichtszüge. Genau genommen, bin ich der klassische harte Typ (lacht).

Was wäre für Sie das Schlimmste, was Ihre Tochter oder Ihr Sohn auf Facebook, Twitter oder Instagram posten könnten?

Mich in ’ner Badehose vielleicht. Ich bin privat bei Facebook, auf Twitter nicht und auch nicht auf Instagram. Ich bin nicht gegen das Internet, ich finde es eine wunderbare Errungenschaft. Nur diese latente Entblößungssucht macht alle Menschen auch weich. Ich glaube, man macht sich zu wenig Gedanken, wohin das führen kann. Ich finde, der Mensch wird durch seine Intimsphäre interessant, das ist seine Schönheit. Auch beim Partner möchte ich nicht alles wissen. Ilka und HerbertIch möchte nicht, dass meine Partnerin sich mir ständig erklärt, ich möchte nicht alles im Detail wissen. Wenn ich Menschen treffe, dann ist die Schönheit, was sie speziell macht und nicht dass sie mir alles ins Gesicht schmeißen, das entleert sich auch irgendwann.

Schade, wir hätten Sie gern mal in Badehose gesehen!

Ich glaube auch, aber ich wollte keine Hysterie auslösen. Mein Ten-Pack hätte sicher viele eifersüchtig gemacht, da dachte ich mir, das lasse ich lieber. Aber ich werde mich bei meiner nächsten Platte auf einem Eisbärenfell drapieren, wie klingt das?

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