Eigentlich ist Alaina Hicks alias Bonnie Rotten ein ganz normales Mädchen, das Metal und Horrorfilme mag, gerne Party macht und das als Lieblingsessen Pommes-Frites mit viel Ketchup angibt.  Früher wurde sie wegen ihrer gruseligen Horrortätowierungen belächelt, heute zählt die Amerikanerin Bonnie Rotten zu den erfolgreichsten Darstellerinnen in der Erotikbranche. Die erst 21-jährige Porn-Queen hat kürzlich sogar ihre eigene Produktionsfirma ins Leben gerufen und produziert in San Fernando Valley, der Hochburg der amerikanischen Porno-Industrie. Dort wird mehr Geld umgesetzt als in der benachbarten Hollywood-Unterhaltungsbranche. Bonnie Rotten im Gespräch über Sex auf Rollschuhen, seltsame Fan-Geschenke und ihr erstes Mal.

Kannst du dich noch an deinen ersten Pornodreh erinnern?

Natürlich, es war absolut schrecklich! Ich wusste damals noch nicht, was ich tun und wie ich mich bewegen sollte. Vor der Kamera muss man sich speziell positionieren und kann sich nicht unkontrolliert gehen lassen. Also musste ich mir all diese kleinen seltsamen Dinge mühsam aneignen.

Du trägst eine Menge gruseliger Tätowierungen – scheint ganz so, als würde dich die dunkle Seite magisch anziehen…

Ich bin definitiv vom Horror-Genre fasziniert. Aber das bedeutet nicht, dass ich eine düstere Natur hätte, ganz im Gegenteil! Ich bin ein ziemlich lebensfroher Mensch, der gerne lacht und feiert. Ich liebe Horrormovies und bewundere ganz besonders diese ganz besondere Kreativität, die notwendig ist, andere Menschen zu schocken oder Angst einzujagen. Ich bin ein großer Fan von 70er Jahre-Regie-Ikonen wie George A. Romero, Lucio Fulci oder Dario Argento.

Hat jede deiner Tätowierungen eine Bedeutung?

Die meisten schon. Ich trage Motive aus „Texas Chainsaw Massacre III“, „Nightmare On Elm Street“, den Namen meiner Großmutter, den Schriftzug der deutschen Metalband Kreator, die Schweizer Flagge und viele andere. In Zukunft möchte ich mir in jedem Land, das ich besuche, ein Tattoo stechen lassen! Ich möchte noch unbedingt den Berliner Bär haben, der ist so knuddelig!

Hast du Pläne, irgendwann einmal selbst ins Horror-Lager zu wechseln?

Das wäre wirklich toll, aber leider bin ich keine klassische Grusel-Schauspielerin. Ich bekomme immer wieder Rollenangebote, doch meine Leidenschaft ist es, Sex vor der Kamera zu haben. Mein Fetisch heißt Exhibitionismus. Ich liebe es, mich nackt vor anderen Leuten zu präsentieren. Wenn die Kamera läuft, werde ich zum echten Freak.

In deinem aktuellen Film „Rollergirl“ hast du Sex auf Rollschuhen – klingt nach einer Menge blauer Flecken…

Es war gar nicht so einfach, alles in den Kasten zu bekommen. Aber irgendwann hatte ich mich an die Dinger gewöhnt. Die meisten blauen Flecken stammen tatsächlich von den wilden Nächten nach Feierabend.

Statt in deiner Wahlheimat Los Angeles entstand „Rollergirl“ in Prag, Zürich und Berlin…

Ich wollte mal etwas anderes zeigen, statt der üblichen Kulissen. Wir haben diesmal an „historischen“ Drehorten gefilmt, die es in dieser Form in L.A. natürlich nicht gibt. Es gibt eine Szene, in der ich an der Berliner Mauer entlang skate, um den Fernsehturm auf dem Alexanderplatz und auf der Oberbaumbrücke direkt an der Spree. Wirklich super schöne Bilder.

Wie sieht dein privates Sexleben nach Drehschluss aus?

Ich glaube, in meinem Schlafzimmer geht es langweiliger zu, als sich die meisten Leute vorstellen. Ich bin zwar privat kein Fan von Blümchensex, aber es gibt auch keine Dreiviertelstunde nur Hardcore-Action. Das wäre mir zu anstrengend.

Neuerdings arbeitest du auch immer öfter hinter der Kamera – als Chefin deiner eigenen Produktionsfirma!

Mein Plan ist, die Filmerei in zehn oder zwanzig Jahren an den Nagel zu hängen, um mich ganz aufs Produzieren zu konzentrieren. Ich will nicht warten, bis mich die Porno-Industrie ausgebrannt hat, sondern selbst bestimmen, wann es Zeit für den letzten Vorhang ist.

Du hast bisher unzählige Awards und Auszeichnungen für deine Filme bekommen – worauf bist du am meisten stolz?

Auf meinen „Performer Of The Year“-Award! Zu Anfang war ich ein echter Außenseiter in diesem Business. Das hässliche Entlein mit viel zu vielen Tätowierungen. Mittlerweile sind sie zu meinem Markenzeichen geworden. Heute bin ich das aller erste krass tätowiert Girl in der Erotikbranche, die mit diesem Award ausgezeichnet wurde.

Deine Filme haben dir neben den Preisen auch Millionen von Fans eingebracht – was war das bisher seltsamste Fan-Geschenk?

Es gibt einen Typen, der mir regelmäßig Steaks nach Hause schickt. Richtige Essenspakete mit Fleisch und Gemüse. Ich weiß nicht, warum er das macht. Vielleicht ist er der Meinung, ich wäre zu dünn…

Würdest du jemals einen Fan daten?

Ich liebe meine Fans. Würde ich mich mit ihnen auf ein Date treffen? Kommt ein wenig darauf an, wie creepy sie sind. Ich würde mich definitiv mit einem „normalen“ Fan treffen, der mich wegen dem mag, was ich so mache. Feste Beziehungen sind eine andere Sache, da es um Gefühle geht. Wenn ich zur Arbeit gehe, dann habe ich Sex. Ich habe Sex mit jemandem, den ich vielleicht extrem gerne mag, aber ich liebe ihn nicht. Ich will ihn nach Drehschluss nicht mit nach Hause nehmen oder ihn heiraten. Ich will nur Sex vor der Kamera mit ihm haben. Es ist ein Job, den ich gerne mache. Es gibt Partner, die das nicht verstehen und sehr eifersüchtig werden können.

Wie schwer ist es, Freundschaften im Porn-Biz zu halten?

Sehr schwer! Es gibt eine Menge Konkurrenz zwischen den Darstellerinnen. Trotzdem habe in den letzten ich ein paar wirklich gute Freundschaften geschlossen. Jesse Jane, Joana Angel, Capri Cavanni oder Samantha Sin zählen zu meinen Freundinnen. Wir gehen zusammen essen, etwas trinken oder wir gehen gemeinsam an den Strand – genau so, wie Freundinnen es tun, die nicht unseren Job haben.

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