U2, Miles Davis, David Bowie, Frank Sinatra, die Rolling Stones – festgehalten in beeindruckenden, grobkörnigen Schwarzweiß-Fotografien, auf unvergessene Magazin- und Albumcover gebannt. Werke, die Geschichte schrieben und den Mann hinter der Kamera berühmt machten: Anton Corbijn, niederländischer Fotograf und Regisseur. Kein anderer setzte die Giganten des Musik-Business der Siebziger und Achtziger Jahre so speziell in Szene wie er. Er war einer der ersten Fotografen, der in den frühen Achtzigern außerdem Musikvideos produzierte – zunächst für Propaganda und David Sylvian, später für Depeche Mode, Johnny Cash und Nirvana. Kaum einer der Großen aus der Rock- und Popszene stand nicht vor seiner Kamera.

In den Neunzigern konzentrierte sich Anton Corbijn auf Portraits, fing mit seinem unverwechselbaren Stil Persönlichkeiten wie Kate Moss, Clint Eastwood, Robert DeNiro, William Burroughs und Naomi Campbell ein. Als nächstes wagte er den Schritt auf neues Terrain und drehte seinen ersten, preisgekrönten Spielfilm „Control“ mit Sam Riley. Darauf folgten „The American“ mit George Clooney und „A Most Wanted Man“ mit Philip Seymour Hoffmann.

Bei „Schirmer/Mosel“ erschien nun der opulente Bildband „Anton Corbijn: Hollands Deep“, der auf beeindruckende Weise die Entwicklung eines jungen Musikfans mit Kamera zum international einflussreichen Künstler, der Anton Corbijn heute ist, zeigt. „Ich habe Geschichte geschrieben, wie mir inzwischen klar ist. Damit meine ich die schlichte Tatsache, dass meine Bilder etwas zeigen, was nicht mehr existiert, eine Welt, die inzwischen untergegangen ist“, so Corbijn, der am 20. Mai seinen 60. Geburtstag feiert. Zu diesem Anlass widmete ihm das „Gemeentemuseum“ in Den Haag eine Ausstellung mit rund 300 seiner Bilder, die noch bis zum 21. Juni läuft.

Fotos: © Anton Corbijn / courtesy Schirmer/Mosel

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