Held oder Mörder?

Die Story des Scharfschützen „American Sniper“ sorgt für weltweite Diskussionen.

Bei der Oscar-Verleihung wurde Clint Eastwoods neuer Actionstreifen „American Sniper“, der auf der gleichnamigen Autobiografie des Scharfschützen Chris Kyle beruht, mit einem Oscar in der Kategorie „Bestes Sound Editing“ ausgezeichnet. Die Academy schien den Film aufgrund seiner sehr patriotischen Geschichte und dem  ausgeprägten männlichem Stolz auf das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ zu mögen, mit sechs Nominierung  ging das Drama ins Rennen. Doch gleichzeitig spaltete „American Sniper“ die Cowboy-Nation. Die umstrittene Frage: Sind Berufskiller wirklich Helden?

Der Film spielt während der Zeit des Irak-Krieges. Der Texaner Chris Kyle tötete als Soldat der amerikanischen Navy Seals mehr als 160 Menschen aus seinen Scharfschützen-Verstecken heraus – das war sein Spezialjob. Vielen seiner Kameraden rettete er so das Leben. Ohne Skrupel zielt er auf Männer, Frauen und Kinder, wenn diese eine Bedrohung für die US-Truppen darstellten. Patriotische Amerikaner feiern ihn dafür als Nationalhelden,  andere kritisieren „American Sniper“ als kriegsverherrlichend. Regisseur Clint Eastwood sieht die Aufregung gelassen: „Ich wollte einfach nur das Leben und Wirken des Soldaten Chris Kyle erzählen. Mir ging es nicht darum, einen patriotischen Kriegsfilm oder einen patriotischen Film zu machen, ich wollte vielmehr die hässliche Fratze des Krieges aufzeigen an einer sehr menschlichen Geschichte“.

Auch in Deutschland wird der Film bereits kontrovers diskutiert. Ab dieser Woche kann sich jeder sein eigenes Bild des Streifens machen, „American Sniper“ läuft seit dem 26. Februar in die deutschen Kinos.

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