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Verne Troyer in seinem Wohnzimmer
Photo by: Micah Smith

Der kleinste größte Schauspieler der Welt

Wer Verne Troyer nicht unter seinem bürgerlichen Namen kennt, hatte ihn vielleicht eher als Mini-Me aus Mike Myers „Austin Powers Filmen“ in Erinnerung. Als jenen kleinwüchsigen Wirbelwind, der so gerne anderen in den Unterleib tritt. Der nur 81 Zentimeter große Schauspieler wurde nicht nur in Hollywood als „the biggest smallest actor“ bezeichnet – er war zudem einer der kleinsten Männer der Welt. Nun starb Troyer im Alter von 49 Jahren. Er kämpfte seit Jahren gegen Alkoholsucht und Depressionen.

neuH besuchte Verne Troyer vor einigen Jahren Zuhause in Los Angeles und erfuhr, mit welchen Problemen er als Kleinwüchsiger Tag für Tag zu kämpfen hatte und über seine ganz besondere Bindung zum verstorbenen Schauspielkollegen Heath Ledger.

Bitte kein Mitleid

Eines macht Verne Troyer sofort deutlich: die Mitleidsschiene zieht nicht bei ihm. Er verweigert jegliche Sonderbehandlung aufgrund seiner Größe – übrigens die Folge einer sehr seltenen Form von Knochenschwund. Verne Troyer nimmt es stattdessen lieber mit Humor und vermarktet sich und seine Körpermaße recht geschickt: “Ich wollte irgendwie schon immer ins Showbusiness, denn ich wusste, dass ich aufgrund meiner Größe gewisse Dinge tun kann, die andere nicht tun können. Und so begann meine Karriere vor 17 Jahren als Stuntman für Babies und ich schlüpfte in Tierkostüme, in die normale Erwachsene nicht hinein gepasst hätten.”

Austin Powers machte ihn berühmt

Doch es war die Rolle des Mini-Me in den “Austin Powers”-Filmen, die Verne Troyer weltweit bekannt machte. Noch immer wird er regelmäßig auf der Straße erkannt und darauf angesprochen. “Mittlerweile kennen die Leute meinen Namen, aber jahrelang haben sie nur gerufen: Hey Mini-Me. Diese Rolle wird mich wohl mein ganzes Leben lang begleiten. Aber das ist ok, sie hat mich bekannt gemacht und ich bin stolz darauf.”

Pinkeln in öffentlichen Toiletten ist eine Herausforderung

Verne Troyer lebt – mal abgesehen von seiner Größe – ein auf den ersten Blick recht normales Leben. Viele alltägliche Situationen stellen für Troyer allerdings oft ein Hindernis dar: “Ich nutze einen Stock, um etwa Lichtschalter zu bedienen oder die Tür zu verschließen. In Restaurants sitze ich auf vier gestapelten Telefonbüchern oder im Kindersitz am Tisch. Problematisch wird es dann, wenn ich Toiletten in Restaurants benutzen muss. Da habe ich mich schon oft selbst eingesperrt, weil der Türgriff zu hoch ist. Und das Pinkeln ist leider auch oft schwierig, denn meistens muss ich erst auf die Kloschüssel klettern, um mein Geschäft verrichten zu können. Nicht angenehm – aber man gewöhnt sich an alles.”

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