30 Jahre „The Joshua Tree“

Was, echt? Es ist bereits 30 Jahre her, dass ich den Deckel des Plattenspielers (ihr Youngster, googelt das Wort mal) aufklappte und die brandneue, noch ganz ohne Fingerabdrücke versehene, schwarze Vinyl-Scheibe aus dem Album-Cover zog und vorsichtig auf den Turntable legte? Holy shit, da fühlt man sich gleich richtig alt.  Was ich damals noch nicht ahnte: „The Joshua Tree“-Album der irischen Band U2, von der mein Vater lange  Zeit glaubte sie hätten sich nach der gleichnamigen U-Bahn-Line in München benannt, sollte zu einem der wichtigsten Soundtracks meines Lebens werden.

Andreas Renner (r.) mit The Edge von U2. Fan trifft auf Idol.

Die wilden 80er

Songs wie „Where The Streets Have No Name“ (ein Lied über die Anonymität der Großstädte), „With Or Without You“ (Bono singt über Liebeskummer) und „Bullet The Blue Sky“ (ein Protestsong gegen die amerikanische Militärpolitik in Zentralamerika  gehören noch heute zu den Favoriten in meinem iTunes-Account. Kaum eine andere Band  – mal abgesehen von BAP – schaffte es mit ihrer Musik, mein Interesse für politische Zusammenhänge derart zu beflügeln. Man las auch deshalb den STERN oder Spiegel, weil man wissen wollte wovon Bono da eigentlich singt. Es waren schließlich die 80er – Popperfriese, Ronald Reagan, Hormonstaus, Nato-Doppelbeschluss, Tschernobyl  und der kalte Krieg waren allgegenwärtig. Da tat es gut, seinen jugendlichen Frust einfach mal weg zu singen und sich inspirieren zu lassen vom Charisma eines Bono. Ein Mann der in einem Moment massive Gefühle zeigt wie kein anderer, wenn er „Whit Or Without You“ in das Mikro haucht. Und der im nächsten  Moment  den Mächtigen der Welt geballte Wut entgegen brüllt.

Wohnen nahe dem „Joshua Tree“-Park

„The Joshua Tree“-Album ist Kult. Bis heute. Seit 17 Jahre wohne ich gerade  mal eineinhalb Autostunden entfernt vom Joshua Tree-Park, der Inspiration für das Album. Dutzende Mal bin ich durchgefahren und habe auch einmal dort übernachtet. Immer lief dabei natürlich auch die Musik im Hintergrund. Und ein paar Tränen der Freude über die Wangen. Es ist ein ganz besonderer Ort, nirgends sonst auf der Welt wachsen diese seltsamen Kakteen-Bäume in dieser Vielzahl, die Joshua Trees. Es verwundert nicht, dass in einer solchen Umgebung dann auch mal schnell Klassiker wie „I Still Haven’t Found What Im Looking For“ entstehen.

Noch immer lieber Fan als VIP

„The Joshua Tree“ ist eines der erfolgreichsten Alben aller Zeiten. Mehr als 25 Millionen Mal hat es sich weltweit verkauft. Der legendäre Brian Eno drückte den Songs seinen Stempel auf. Nun, 30 Jahre später, sind U2 auf großer Jubiläumstournee.  Es wird mein 6. U2-Konzert sein – und jedes war wie das Album ein Highlight. Als Journalist traf ich Bono und The Edge persönlich und hautnah. Klar, das waren ganz spezielle Momente. Als Fan stelle ich mich aber lieber wie jeder andere auch hinten an, zahle für mein Ticket und stehe vor der Bühne inmitten der Massen anstatt in irgendeiner VIP-Lounge das Geschehen von Weitem zu beobachten. Denn nur so sind U2 auch nach vier Jahrzehnten noch ein ganz besonderes Erlebnis. Thank you for the Music!

 

 

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