„Strand der Milliardäre“ wird der „Carbon Beach“ in Malibu bei den Einheimischen genannt. Nicht ohne Grund, denn neben Entertainment-Mogul David Geffen (71) wohnt mit Larry Ellison (70) auch der fünftreichste Mann der Welt an diesem exklusiven Strandabschnitt entlang des Pacific Coast Highway. Betreten haben ihn bislang nur echte Insider, die meisten anderen haben sich einschüchtern oder abschrecken lassen von den illegalen Warnschildern und versperrten Zugängen. Die wohlhabenden Anwohner duldeten kein „Normalvolk“ an ihrem Hausstrand. Mit Hilfe der kostenlosen Handy-App „Our Malibu Beaches“ lassen sich alle Zugänge zu den Stränden kinderleicht finden und sowohl die Villen der Superreichen als auch die Aussicht auf den glitzernden Pazifik hautnah genießen. Sehr zum Leidwesen der Anwohner. Doch die müssen nach jahrelangem Kampf endlich einsehen: laut Gesetz gibt es gar keine Privatstrände in Kalifornien. Alle Küsten sind seit 1976 zugänglich für die Öffentlichkeit. Auch Hollywood-Promis haben keinen Sonderbonus!

Our-Malibu-Beaches-place-detailweb„Private Beach“ steht auch auf dem Schild am Gitterzaun, der den Zugang zum Strand der „Malibu Colony“ versperren soll – dem Zuhause von Stars wie Tom Hanks, Bill Murray und Sting. Wer es nicht besser weiß, traut sich hier keinen Schritt weiter. Tatsächlich aber sind „Private Beach“-Schilder wie diese illegal. Die Umweltaktivistin Jenny Price (53) wurde schon mehrfach unrechtmäßig von Sicherheitskräften aufgefordert die Strände zu verlassen, an denen sich Dustin Hoffman, Steven Spielberg und Sylvester Stallone in Prunkvillen eingenistet haben. Das stank Price derart, dass sie zum Gegenschlag ausholte. Sie entwickelte eine kostenlose Phone-App namens „Our Malibu Beaches“, mit der Strandliebhaber alle der 17 oftmals versteckt gelegenen Meer-Zugänge in Malibu leichter finden können. Inklusive Tipps, wie man auf illegale Verbotsschilder und Stänkereien von Anwohnern reagiert. Seit die kostenlose App verfügbar wurde in 2013, wurde sie bereits 30.000 Mal geladen. Eine große Genugtuung für die Initiatorin Jenny Price.

Broad Beach, Carbon Beach, Colony Beach – das sind die beliebtesten Promi-Strände in Malibu, an denen sich Malibu-Strandzugang-Geffen-Haus-2webHollywood-Stars wie Pierce Brosnan, Robert DeNiro und Robert Redford bis zu 20-Millionen-Dollar teure Zweithäuser leisten. Wegen direktem Meerblick – und weil sie die Strände zum Privateigentum erklärten ohne dass sich jemand beschwerte. „Damit muss Schluss sein. Die App-Initiative ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung, um unrechtmäßige Privilegien der Reichen rückgängig zu machen,“ sagt Steve Hoye. Hoye ist selbst Aktivist und erstritt vor einigen Jahren einen Gerichtserfolg gegen Entertainment-Mogul David Geffen (70) und die Stadt Malibu für mehr öffentliche Zugänge zum Pazifik. Geffen, Mitbegründer des Filmstudios „Dreamworks“, musste nach drei Jahren Rechtsschlacht neben seinem Anwesen am Carbon Beach einen Gehweg zum Strand öffnen. „Ein Sieg für alle Bewohner und Besucher von Malibu, die auch die Strände nutzen wollen,“ sagt Steven Moine (26), ein Surfer, der in einem Appartement gegenüber von Geffens Villa lebt. Geschäftsmann Peter Kratz, auch ein Anwohner am Carbon Beach, zeigt wenigstens etwas Verständnis für die Argumente der Reichen: „Es gibt keine Bademeister, Toiletten oder Notfalltelefone am Strand.“ Linda Locklin, Our-Malibu-Beaches-mapwebMitarbeiterin bei der Coastal Commission, lässt das nicht gelten: „Unsinn, es geht ihnen nur darum, ihre Ruhe zu haben. Dafür tun sie alles. Sie bepflanzen etwa die Eingänge zum Strand mit Hecken damit sie schwerer zu finden sind.“ Der Kampf um die Promi-Strände ist weiter in vollem Gange, Jenny Price sieht aber noch mehrere Brandherde: „Viele Anwohner verstoßen gegen Parkrichtlinien am Pacific Coast Highway, der an ihre Anwesen grenzt. Sie stellen illegal Parkverbotsschilder auf oder tricksen sogar mit Garagentor-Attrappen, damit niemand vor ihrem Haus parkt.“

Mit ihrer App hofft Price auf einen Schneeball-Effekt, um den Tricks der Mächtigen von Malibu das Handwerk zu legen. „Wer illegale Verbotsschilder sieht, kann sich mit Hilfe der App bei den Behörden beschweren. Hunderte Nutzer haben das bereits getan.“ Der Druck wächst, die Hollywood-Promis müssen sich bei soviel Gegenwehr wohl künftig an mehr Fußvolk vor ihren Strandvillen gewöhnen.

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