“Nicht noch ein Nicholas Sparks Film”, mögen viele denken. Erst im Januar startete “The Best of Me – Mein Weg zu dir” in den deutschen Kinos und erntete nicht gerade die besten Kritiken. Jetzt, nur knapp drei Monate später, läuft die zehnte Bestseller-Verfilmung des Autors an: “Kein Ort ohne Dich” lautet der nicht minder schmalzige Titel und natürlich handelt es sich wieder um eine kitschig-romantische Liebes-Geschichte. So, wie man es von Sparks nunmal gewöhnt ist.

Doch die Story rückt diesmal in den Hintergrund, denn es ist etwas ganz anderes, das die Aufmerksamkeit auf den Streifen lenkt: Der Name des Hauptdarstellers. Eastwood prankt in großen Lettern auf dem Film-Plakat. Scott Eastwood, um genau zu sein. Und ja: Es handelt sich um den Sohn von Hollywood-Urgestein Clint Eastwood. Das ist spätestens nach der ersten Film-Szene unübersehbar: Das markante Kinn, die stechenden blauen Augen, die charmanten Grübchen – seine Herkunft kann der 29-Jährige nicht abstreiten.

Und nicht nur optisch tritt Scott in die Fußstapfen seines berühmten Vaters. In “Kein Ort ohne Dich” sitzt er genauso fest im Sattel, wie einst Clint, der in den Sechzigern als Western-Held berühmt wurde. Zwar reitet Eastwood Junior im Film keine Pferde, sondern Bullen, das Cowboy-Gen seines Vaters hat er aber ebenfalls abbekommen. “Ich bin mit diesem Lebensstil aufgewachsen. Mein Dad hatte eine Ranch, ich war immer draußen in der Natur. Reiten, schießen, fischen – das hat er mir alles beigebracht”, erzählt der 29-Jährige im Interview mit neuH. Auf’s Leben bereitete der Hollywood-Star seinen Sohn gut vor, leicht machte er es ihm allerdings nie. “Er war immer streng, sagte stets ‘Geh und kämpfe für das, was du willst.’ Geschenkt hat er mir nichts. Als ich ihn einmal vom College aus anrief, weil ich mir diesen 10.000-Dollar-Truck kaufen wollte, lachte er nur und legte einfach auf. Also fuhr ich weiter mit dem Bus. Für solche Aktionen bin ich ihm heute echt dankbar. Er hat mich zu einem loyalen und vor allem hart arbeitenden Mann erzogen.“

Welchen Job sein Sohn am Ende ergreift, war Clint Eastwood egal – Hauptsache er macht ihn gut. Als sich Scott dafür entschied, Schauspieler zu werden, ermöglichte sein Vater ihm die ersten Schritte ins Filmgeschäft und gab ihm kleine Rollen in seinen Produktionen „Flags of Our Fathers“, „Gran Torino“ und „Invictus – Unbezwungen“. “Aber denk nicht, dass er mich unter seine Fittiche genommen hat. Er sagte: ‘Du musst besser sein als alle anderen, sonst gebe ich dir die Rolle nicht’”, lacht Scott im Interview. Und dass der 84-Jährige ernst macht, zeigte er bei seinem letzten Regie-Werk „American Sniper“. „Auch ich musste zum Casting und vorsprechen, da macht er bei mir keine Ausnahme. Und, was soll ich sagen, er hat mich abgelehnt.“ Übel nimmt Scott seinem Dad aber nichts, im Gegenteil: Auf seine Herkunft verließ sich der 29-Jährige nie, versuchte es zu Beginn seiner Karriere sogar unter dem Namen seiner Mutter als Scott Reeves. “Ich verdiente mein Geld als Barkeeper, Kellner, parkte Autos, um meine Miete zu bezahlen und ging von Casting zu Casting. Und auch, als ich meinen Namen 2009 zu Eastwood änderte, bekam ich nicht mehr Rollen. Egal, wie du heißt, du musst halt gut sein und ins Profil passen, um den Job zu bekommen.”

Der 29-Jährige musste einen langen Atem beweisen, bis er 2014 an der Seite von Brad Pitt in dessen Film “Fury – Herz aus Stahl” endlich einen größeren Part übernehmen durfte. Jetzt hat Scott mit “Kein Ort ohne Dich” seine erste Hauptrolle ergattert und kann zeigen, was er draufhat. “Ich bin sehr glücklich über diese Möglichkeit, aber Schauspieler zu sein bestimmt nicht meine Identität. Ich hab eine Menge anderer Dinge, die ich mache und die mich ausfüllen. Ich habe eine Bar in San Diego, einen Haufen Freunde, ich geh Fischen, fliege Helikopter, surfe, lebe halt ein ganz normales Leben!” Und das will er fernab vom ganzen Hollywood-Trubel führen, deshalb zog Scott erst gar nicht nach Los Angeles. “Es ist mir einfach zu voll, man findet nie einen Parkplatz. Ich lebe dort mein Schauspieler-Leben, aber mein privates lieber in San Diego.”

Und in der Surfer-Hochburg ist er genau richtig. Denn, wenn man Scott Eastwood trifft, merkt man, dass er das Leben – und vor allem sich selbst – nicht allzu ernst nimmt. Er liebt es einfach, draußen zu sein, sich zu bewegen – was man deutlich an seinem durchtrainierten Körper sieht. Mit dem sorgt Scott zur Zeit in Hollywood für ganz schönen Wirbel, denn er zeigt sich gerne oben ohne und zog so nicht nur die Aufmerksamkeit der Damenwelt auf sich, sondern gleich noch einen fetten Werbe-Deal an Land. Dank seines guten Aussehens ist er das neue Gesicht von „Davidoff Cool Water“. Und: Er ist Single, wie er im Interview verriet. Für eine Freundin wird der 29-Jährige in Zukunft wahrscheinlich auch wenig Zeit haben, denn seine Karriere läuft gerade richtig an. Scott gilt als DER neue Frauenschwarm Hollywoods und wird seiner Rolle in „Kein Ort ohne Dich“ mehr als gerecht. Und auch, wenn der Film, der am 30. April in Deutschland startet, die Kritiker mit seiner seichten Story wahrscheinlich wieder nicht aus den Kinosesseln reißen wird – auch Channing Tatum und Ryan Gosling schafften mit Sparks-Verfilmungen ihren großen Durchbruch.

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