Artz_The_Game_2

Photo by: Sebastian Artz

 

 

 

 

Der deutsche Fotograf Sebastian Artz lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Los Angeles. Er portraitiert Stars und andere Persönlichkeiten. Bei einem Auftrag den Rapper The Game zu fotografieren kam Artz in eine ziemlich prekäre Situation . . . die der Fotograf in eigenen Worten beschreibt. 

„Anders als Photojournalisten kommen Promi- und Portrait-Fotografen selten zwischen die Fronten. Manchmal sind wir Promi-Fotografen die Opfer von nervösen PR-Agenten, dessen Ausraster wir abbekommen, aber im Grossen und Ganzen haben wir nie ein Gewehrkaliber auf uns gerichtet. Lediglich hat man es mit harmlosen Requisiten-Pistolen aus Plastik, so harmlos wie Spielzeug, an Filmsets zu tun.

Als ich den Auftrag annahm, The Game in seinem Elternhaus in L.A.’s gefährlichster Gegend Compton zu fotografieren, wusste ich, dass dieser Auftrag anders sein wird. Mein erstes Motiv wollte ich im Vorgarten fotografieren, um seinen brandneuen aufgepimpten Range Rover im Bild zu haben, der fast so gross erschien, wie sein kleines Elternhaus. Es erschien mir eine gute Metapher dafür zu sein, wie ein ehemaliges Gang-Mitglied nun zu Hip-Hop Prominenz aufstieg.

Für das nächste Motiv wählte ich eine Studio-Atmosphäre und dafür hatte ich genug Beleuchtung dabei. Jedoch mussten wir das Wohnzimmer ausräumen, damit wir Platz für den Studioaufbau hatten. Das Sofa musste als letztes aus dem Raum geschafft werden und beim Anheben des Möbelstücks kam eine Filmrequisite zum Vorschein, eine Art Maschinengewehr.

Ich bat The Game die beeindruckende Requisite für ein paar Motive zu halten, er willigte unbeirrt ein. Ich wies The Game an, auf alles mögliche zu zielen, unter anderem auch auf mich und meinen Fotoapparat. Ich probierte mehrere Positionen aus, während die Lichtanlage fleißig blitzte. Dann bat ich ihn, ob ich die Knarre auch mal halten dürfte  Kein Problem. The Game übergab mir gelassen das Maschinengewehr. “Sieht total echt aus,” schwärmte ich. Woraufhin The Game das Gewehr entlädt und eine Kugel rausfällt.

Erst da wurde mir klar, dass die Wumme nicht nur total echt, sondern die ganze Zeit scharf geladen war! Ich versuchte meinen Knoten im Hals runterzuschlucken und zum nächsten Motiv überzugehen.“

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