Eddie Anderson Jr. ist der Sohn einer Hollywood-Legende. Anstatt in dessen Fußstapfen zu treten, betreibt er heute ein Hostel für internationale Gäste in der Villa seines Vaters: The Anderson Estates.

Eddie „Rochester“ Anderson: Ein Afroamerikaner in Hollywood

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Photo by: Courtesy of Eddie Anderson Jr.

Als erster Afroamerikaner setzte sich der Künstler – mit bürgerlichem Namen Edmund Lincoln Anderson – in Hollywood durch. Seit 1937 kannte man Anderson durch seine Rolle als „Rochester van Jones“ in „The Jack Benny Program“, was in Funk- und Fernsehen ausgestrahlt wurde. Dafür wurde er mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame sowie posthum mit einem Eintrag in die „Radio Hall of Fame“ ausgezeichnet. Damals so üblich für Afroamerikaner in der Unterhaltungsindustrie, siedelte sich auch Anderson im Stadtteil „West Adams“ an. Dort hinterließ der Schauspieler und Radiomann eine Villa im viktorianischen Stile. In dieser wollte er schon zu seinen Lebzeiten den Benachteiligten in der Gesellschaft helfen.

Von der Idee zu helfen

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Photo by: Courtesy of Eddie Anderson Jr.

Mrs. Anderson setzte diese Pläne nach dem Ableben ihres Mannes um. In den 70er Jahren entstand dort unter ihrer Leitung ein Heim für geistig Behinderte. Ihr Sohn Eddie Anderson Jr. übernahm schließlich das Anwesen und wandelte es in ein Heim für Obdachlose, Drogenabhängige, Alkoholiker und sonstige Bedürftige um. Unter anderem lehrte er die Menschen in der Kunst des Hausbaus, in dessen Zug weitere Anwesen im unmittelbaren Umkreis der Villa entstanden. Inzwischen bilden alle Häuser zusammen das Hostel „The Anderson Estates“.

Ein Mann mit Charisma

Eddie Anderson Jr., der von seinen Gästen nur „Mr. A“ genannt wird, setzte also die Wünsche seines Vaters um. Heute, sagt der einstige Real Estate Agent, habe er eine neue Überzeugung: „Ich möchte Gastfreundschaft bieten, die niemand zuvor erlebt hat. Sie soll die Leute förmlich umhauen.“ Diese Sätze sagt er ohne Lachen – dafür mit einer echten Bestimmtheit im Blick. „Normalerweise braucht man Geld, um Luxus zu erleben. Na ja, wenn ich aber 10 Leute in einen Raum packe, erhalte ich zusammen den selben Betrag. Und mehr Leute etwas Besonderes.“ Seit vier Jahren betreibt er nun das Hostel, das er wie eine Reise empfindet, ohne selber reisen zu müssen. Mehr als ein Viertel aller Gäste wohnen dort kostenfrei. Dafür müssen sie ein paar Stunden pro Woche mit anpacken, putzen oder Late-Check-Ins managen. Auch der Chef schläft im Hostel, je nachdem welches Bett noch frei ist. Und wenn mal alles belegt ist, zieht er ins Hotel. In der Nebensaison wird dann alles von Atlanta aus gemanagt, via Skype und Telefon, wo Anderson Jr. ebenfalls ein Haus besitzt.

Und was ist mit Hollywood?

Auch Anderson Jr. hatte schon kleinere Rollen in Hollywood-Produktionen. Doch diese Art von Arbeit reizt ihn nicht, sagt er. Auch nach Beverly Hills oder Bel Air zieht ihn nicht viel, „Es interessiert mich einfach nicht.“. LA sei mehr als nur Entertainment: „LA ist wie Disneyland, es geht darum wer DU bist.“ Man könne hier schließlich auch einfach abhängen, tanzen, wandern, Museen besuchen oder auch „sich als PC Nerd etablieren“. Fakt ist, dass der Unternehmer ganz nach dem Motto handelt: du brauchst kein Geld um hier reinzupassen. „LA ist wie ein Smoothie mit Spinat und kleinen Erdbeeren“, sagt er lachend und checkt einen neuen Gast ein.

Direkt-Kontakt:

The Anderson Estates

1932 Rochester Circle, Los Angeles, CA 90018

Phone: +1.4047100454

E-mail: andersonpropertiesla@gmail.com

Photos by: Esther Kleine

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