TV- und Radiomoderator Micky Beisenherz (41) zählt zu den erfolgreichsten Gag-Schreibern Deutschlands (u.a. für Atze Schröder, ZDF-„Heute Show“, Dschungel-Camp).

Exklusiv für neuH erzählt Micky Beisenherz von seiner Sammelleidenschaft für Hörspielkassetten:

„Seit ungefähr 1982 sammele ich Hörspielkassetten. Wenn wir jetzt die digitalen Varianten komplett weglassen und nur über die rein physischen Kassetten sprechen, dürften es wohl so 300 Kassetten sein, vermutlich sogar deutlich mehr. Die lagern überall, die Dinger. Selbstverständlich alle in den falschen Hüllen. Von John Sinclair bis ALF, dazu natürlich Flash Gordon, Larry Brent, die Gruselserie, Edgar Wallace (Maritim UND Europa!), Jan Tenner; Die drei Fragezeichen, Fünf Freunde und TKKG sind ja eh Pflicht. Jan Tenner hab ich immer gerne mit meinen beiden Cousins gehört.

micky_beisenherz-webWenn da ’ne neue Folge raus kam, haben wir uns immer am Wochenende getroffen und die förmlich zelebriert. Sehr früh und sehr prägend war sicherlich der alttestamentarische Durchfall, den sich Benjamin Blümchen in Afrika geholt hat, weil der zivilisationsgeschädigte Dickhäuter das Brackwasser in der Steppe getrunken hat. Mei, hat der sich eingeschissen. Tatsächlich habe ich mir grade eben, nach laaaangen Jahren, die John-Sinclair-Folge „Der Unheimliche von Darkmoor“ angehört. War nicht mehr ganz so gruselig wie damals im Urlaub an der Ostsee, wo ich als Zehnjähriger die halbe Nacht nicht pennen konnte. Die Folge geht schon so los, dass am Fenster so’n grüner Monstereumel auftaucht, der sich Zutritt zum Haus verschaffen will. Na, und jetzt rate mal, wo ich den Rest der Nacht hingestarrt habe…. Irgendwann morgens stand nur mein Vater am Fenster. Der sah aber vorm Frühstück auch nicht besonders gut aus. Vor kurzem habe ich mir erstmal wieder ’nen klassischen Kassettenrekorder gekauft, und tatsächlich ist das Einlegen des Tonträgers ein geradezu sinnlicher Akt, der einen unweigerlich in die warme Decke Kindheit hüllt. Herrlich. Fairerweise muss man aber sagen, dass digitale Abspielgeräte den Hörgenuss deutlich erhöhen. Die alten Kassetten rauschen ja teilweise heftiger als das Meer. Und dann das Klacken des klemmenden Zählwerks… fürchterlich. Mit meiner Frau höre ich unheimlich gerne ALF. Der wird ja immer besser mit der Zeit. Benjamin Blümchen ist auch okay. Bis auf die Folge, wo er sich verliebt. Wenn eine Folge nur noch daraus besteht, dass sich zwei Elefanten gegenseitig einen vortröten, isses mit dem Einpennen schwer. TKKG ist auch immer wieder lustig – wegen dieser völlig reaktionären früh-achtziger CSU- Geisteshaltung vom schwarzen Sheriff Tarzan und seinen soziopathischen Vasallen. Eigentlich ging es ja immer nur darum, dass ihm einer das Fahrrad umgestoßen und sich nur unter Gewaltanwendung dafür entschuldigt hat – am Ende war dieser Typ immer der Chef einer internationalen Verbrecherbande oder so. Herrlich.“

www.micky-beisenherz.de

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