Das „Time“ Magazin betitelte ihn bereits als eine der 100 einflussreichsten Personen weltweit, sein geschätztes Vermögen liegt bei 105 Millionen Euro und mit 21 Grammys gehört er zu den meist ausgezeichnetsten Künstlern aller Zeiten.

Die meisten kennen Kanye West als Rapper, Songwriter und Musikproduzenten. Doch scheinbar ganz nebenbei ist er auch noch Regisseur, Maler und… Fashion Designer. Man könnte jetzt annehmen, dass er aus manchen seiner Talente einfach nur ein Hobby macht, doch das ist nicht sein Stil! Der 37-Jährige weiß schließlich ganz genau, wie er sich verkaufen muss und auch seine kleinen Begabungen zu Geld machen kann. „Ich bin das Wunderkind aus Chicago“, sagte der Künstler im vergangenen Jahr in einem Interview über sich selbst. Das Sprichwort „Übermut tut selten gut“ scheint für ihn definitiv nicht zu gelten. Was er sich in den Kopf setzt, scheint zu funktionieren. Auch wenn er in seiner Design-Karriere einige Anlaufschritte gebraucht hat, um gewürdigt zu werden.

Bereits 2005 versuchte West sich das erste Mal in Mode. Sein Plan: ein eigenes Klamottenlabel in Pastelltönen auf den Markt bringen. Über vier Jahre entwickelte er die Kollektion, bis sie 2009 schließlich gecancelt wurde. Stattdessen arbeitete er ab dem selben Jahr mit „Nike“ zusammen. Gemeinsam mit dem Sportartikelhersteller veröffentlichte er seinen Schuh „Air Yeezys“, der 2012 sogar noch einmal neu aufgelegt wurde. Außerdem tat er sich mit „Louis Vuitton“ zusammen, kreierte wieder einen Schuh und stellte auf der Fashion Week 2009 seine Zusammenarbeit mit dem Mode-Label vor. Ab 2011 versuchte der Rapper sich schließlich alleine in der Branche. Doch obwohl seine erste eigene Kollektion in dem Jahr prominente Unterstützung von Stars wie den Olsen Twins und zahlreichen Designern fand, wurde sie von den Medien verrissen. Ein Jahr später traute der Rapper sich dennoch erneut als Designer auf die Fashion Week nach Paris. Wieder beäugten die Medien seine Modelinie eher kritisch, doch sie betonten, dass er sich im Gegensatz zum vorherigen Jahr schon „deutlich verbessert“ habe. Grund genug für den Amerikaner, die Mode noch nicht aufzugeben. Allerdings suchte er sich für sein nächstes und aktuelles Projekt wieder einen Partner – Nikes größten Konkurrenten Adidas.

„Yeezy Season 1“ taufte West seine Kollektion mit der Sport-Marke. Im Februar stellte das Multitalent den Besuchern der New Yorker Fashion Week einen Mix aus pastell- und tarnfarbenen Kleidungsstücken vor. Er präsentierte eine Linie für Frauen und eine für Männer, immer darauf bedacht, alles recht natürlich und alltagstauglich wirken zu lassen. „Ich wollte eine Kollektion aus qualitativ hochwertigen Stücken kreieren, die unendlich miteinander kombinierbar sind – wie Legos“, erklärte Kanye in einem Interview. Und damit traf er offenbar ins Schwarze: Zu kaufen gab es bisher nur die „Yezzy Boosts“ seiner Linie. Der Schuh wurde in einer limitierten Auflage von 9000 Stück angeboten und war innerhalb von 10 Minuten weltweit ausverkauft. Auf der amerikanischen Mode-Webseite „Style.com“ erzielte Kanyes Auftritt in New York mehr als 4,6 Millionen Klicks. Damit übertrumpfte der Rapper sogar die Seiten-Aufrufe von „Chanel“, deren Werte jahrelang an erster Stelle standen. Stars wie Rihanna, Diddy, Beyoncé, Jay Z und sogar die „Vogue“-Chefredakteurin Anna Wintour kamen zur Laufsteg-Show des Künstlers – noch nie fand eine Fashion-Kollektion bei der Modewoche so viel prominente Aufmerksamkeit.

Es scheint also, als ob Kanye West sein Ziel, auch als Designer richtig Geld zu verdienen, endlich erreicht hat. Wir sind schon gespannt, welches Talent er als nächstes aus dem Hut zaubern wird.

 

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