Joel Silver ist einer der erfolgreichsten Produzenten Hollywoods. Mit Filmen wie der “Stirb langsam”, der “Matrix”-Trilogie und “Lethal Weapon” scheffelte er Millionen. Einen Teil seines Vermögens investiert Silver mit Vorliebe in die Erhaltung von Architektur und Kunst aus den Gründerjahren von Los Angeles. “Leider wird in L.A oft lieber abgerissen als erhalten, die Angelenos haben vielerorts kein enges Verhältnis zu historischen Bauten,” sagt Silver.

Die alte Post wird zum kreativen Filmzentrum

Neuestes Projekt des Produzenten: Silver kaufte und renovierte das ehemalige Postgebäude in Venice Beach aus dem Jahr 1939 und will dort künftig den Stammsitz seiner Produktionsfirma “Silver Pictures” unterbringen. Das Gebäude beherbergt zudem ein Wandgemälde des Malers Edward Biberman, das er 1941 anfertigte im Rahmen eines staatlichen Hilfsprogramms für unterbeschäftigte Künstler während des Depression. Das Gemälde zeigt den Gründer von Venice, Abbot Kinney, inmitten seiner Vision eines für die damalige Zeit modernen Küsten-Städtchens. Bei der Gründung 1905 hatte Kinney die Absicht, ein kleines Venedig mit Kanälen und schicken Ferienhäusern zu schaffen – ergänzt um einen Freizeitpark direkt am Strand.

Venice sollte ein Urlaubsparadies werden

Venice: ein Urlaubs-Eldorado für die Reichen sollte es werden. Die Industrialisierung machte Kinneys Plänen jedoch einen Strich durch die Rechnung: Ölfelder und Raffinerie-Anlagen verschandelten die Landschaft und ließen Venice zu einem Sammelbecken für die Unterschicht werden. In den 70er-Jahren hatte Venice eine der höchsten Kriminalitätsraten des Landes, Drogendealer und Kleinkriminelle hatten den Küstenort als Hochburg für sich entdeckt. Das verruchte Image konnte Venice erst in den vergangenen zehn Jahren langsam aber sicher abschütteln nachdem sich mehr und mehr Künstler ansiedelten und selbst Hollywood-Stars wie Dennis Hopper, Julia Roberts oder Bradley Cooper Venice als Wohnort erkoren. Der Abbot Kinney Blvd ist mittlerweile ein hipper Treffpunkt für Gourmets, Kunstliebhaber und Surfer-Dudes gleichermaßen. Man duldet keine Kaffeehaus-Ketten und legt größten Wert auf Individualität.

Jeder kann das Gemälde besichtigen

Dieser spezielle “Vibe” war es, der auch Produzent Joel Silver dazu brachte, seine Firmenräume vom Gelände der Warner Bros.-Filmstudios in Burbank nach Venice zu verlegen. “Es ist einfach sehr viel mehr Leben zu spüren in Venice, das gefällt mir.” Mit dem alten Postgebäude hatte er zudem das richtige Objekt gefunden um dort seine neue Kreativstätte einzurichten. Eines stand für Silver von vorne herein fest: Das Wandgemälde von Edward Bieberman sollte erhalten und restauriert werden. Das Gemälde bleibt im staatlichen Besitz, Silver hat sich bereit erklärt, das Gemälde künftig auch für die Öffentlichkeit zur Besichtigung zugänglich zu machen – nach vorheriger Vereinbarung. “Das Gemälde ist ein wichtiger Teil der Geschichte von Venice, darum sollte es auch jeder sehen können, der es sehen mag,” sagt Silver.

 

Kunstmotive in L.A.

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