Man nennt Floris Vlasman auch den „Meister des guten Geschmacks.“ Das trifft es ganz gut, denn Vlasmans Spezialgebiet ist Edel-Catering. Er und seine Frau Kerstin Vlasman stellen das Catering für Empfänge und Veranstaltungen der Kanzlerin oder des Bundespräsidenten, für Botschafter und Mediengiganten. Und vor allem auch für Hollywood-Stars! Sie haben einen Job, um den sie sicher viele Filmfans beneiden, denn sie und ihr Team sorgen dafür, dass Hochkaräter wie Colin Firth (“The Kings Speech“), Tom Cruise (“Operation Walküre”) oder Bud Spencer am Set kulinarisch bestens versorgt sind, wenn sie in Berlin an einem Film arbeiten. Und das zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Caterer Floris Vlasman weiß ganz genau, wie man Stars bei Laune hält an anstrengenden Drehtagen. Seine kulinarischen Geheimwaffen: Curryhühnchen mit Kokossoße und Balsamico-Dressing. Dazu Sojasprossen, Zimtreis und gebratene Bananen. Zum Nachtisch Frankfurter Kranz, ofenwarm, mit Biohaferflocken. Mit solchen Leckereien zaubert Vlasman berühmten Gästen wie Christopher Lee, Karl Lagerfeld, Rolando Villazon und Jamie Column regelmäßig ein Lächeln ins Gesicht. „Egal, ob jemand berühmt ist oder nicht, solange es den Leuten schmeckt was wir kreieren, bin ich zufrieden,“ sagt der gebürtige Holländer.

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Am Set
Photo by: Floris Vlasman

Dass es nicht immer ganz einfach ist, alle Wünsche der in Berlin gastierenden Hollywood-Stars zu erfüllen, hat Vlasman schon mehrfach am eigenen Leib erfahren. Ein prominenter Kunde verlangte „Mondwasser“ – normales Mineralwasser, das während einer Vollmondnacht vom Mond angestrahlt wird und dadurch, so glauben Esoteriker, mit sehr viel Energie bedacht wird. Ein anderer verspürte plötzlich Lust auf eine bestimmte Sorte Kaugummi, die es nur in New York zu kaufen gibt. Vlasman hat ihn über Nacht besorgt. „Man muss sehr flexibel und offen sein für die Essgewohnheiten der Kunden und jeden noch so außergewöhnlichen Sonderwunsch.“ Einer der „skurrilsten“ Wünsche kam aber nicht von einem Hollywood-Star, sondern von einem Regisseur: Der ließ von Vlasman für eine Kinoproduktion „essbare Fäkalien“ produzieren. Welcher Star in den „Genuss“ kam diese zu probieren, verrät Vlasman allerdings nicht. Diskretion ist für den Film-Caterer oberstes Gebot!

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Photo by: Floris Vlasman

Die Unterschiede beim Catering für amerikanische und deutsche Produktionen sind durchaus gravierend. „Die US-Produktionen sind sehr viel umfangreicher, sie haben ein größeres Budget und arbeiten mit sehr viel mehr Leuten am Set. Auch bei den Essenswünschen, der Häufigkeit der Mahlzeiten und der Auswahl der Getränke sind die Amis anspruchsvoller.“ Alles kein Problem für den Berliner Unternehmer, am Ende freut er sich diebisch, wenn die Stars ein Lob hinterlassen in seinem „Roten Kochbuch“, weil ihnen das Essen geschmeckt hat.

Der derzeit neuste Trend bei den Celebrities: „Urban Cooking,“ wobei ausschließlich Produkte verwendet werden, die marktfrisch zu haben sind und die aus der Region stammen. Zudem bemerkt Vlasman, dass die Nachfrage nach veganer und lactose-freier Nahrung immer stärker zunimmt. „Manchmal hat man den Eindruck, dass heute nur noch Allergiker das Licht der Welt erblicken“, scherzt Floris Vlasman im Gespräch mit newH. Er erinnert sich noch gut an sein erstes Promi-Event, die Filmpremiere von „Lola rennt“ in Berlin. Franka Potente hat er da getroffen, Moritz Bleibtreu, Joachim Krol und Regisseur Tom Tykwer. „Auch nach so vielen Jahren erlebt man bei manchen berühmten Persönlichkeiten noch immer eine Art von Aufregung,“ sagt Vlasman.
Die Idee für ein eigenes Catering-Unternehmen hatte Floris Vlasman übrigens bereits mit 14 Jahren. Damals versuchte er sich als DJ und traf bei einem Event den Münchner Spitzen-Caterer Gerd Käfer. Der junge Vlasman war total begeistert von Käfers Job und sprach ihn frechweg an: „Herr Käfer, merken Sie sich gut meinen Namen, ich werde mal ihr größter Konkurrent!“ Um seinen Traum zu verwirklichen, machte Vlasman nach dem Abitur erst einmal eine Hotelfachlehre im „Intercontinental Hotel.“ Dabei stand er sechs Monate lang auf den drei wichtigsten Posten einer Küche: Gardemanger, Saucier sowie in der Patisserie. Seine Catering-Erfahrungen sammelte er bei einer Studenten-Filmproduktion. 1994 folgte dann die Firmengründung von FLORIS Catering GmbH. Der Rest ist Geschichte.

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