Obdachlos, aber happy!

Peter Demian überlebt als Straßenmusiker am Venice Beach und wohnt in seinem alten Van.

Mit braunem abgewetzten Lederhut spielt er für ausgelassene  Touristen, Hippies und Surfer in ihren Wetsuits am Boardwalk in Venice Beach. Seinen rauen Gesang begleitet er mit seiner akustischen Gitarre. Der Mann heißt Peter Damien.

Als junger Musiker verließ Peter seinen Heimatstaat Michigan mit dem Entschluss, sich seinen Traum von einer Karriere als Musiker in Kalifornien zu verwirklichen. Neun Jahre lang spielte er im San Fernando Valley, einem kleinbürgerlichen Vorort von Los Angeles und lebte dort in seinem Van.

“Ich verbrachte die meiste Zeit am Mulholland Drive, parkte dort meinen Van an einer Straße. Eines Tages klopfte ein Polizist an mein Fenster und fragte: „Was machen Sie hier?’” Ich erzählte ihm, dass ich Musiker sei. Das glaubte er mir nicht und forderte mich auf, dies unter Beweis zu stellen. Also holte meine Gitarre aus dem Kofferraum und began zu spielen. Seine strenge Miene war ziemlich schnell verflogen und er sagte: ‚Es gibt hier in der Nähe einen Ort der heißt Venice Beach, wenn Sie wirklich mit vollem Herzen überzeugt sind von sich selbst und dem, was Sie hier machen, dann gehen Sie dort hin!‘ Seitdem spiele ich an der Ozeanpromenade.“

Meist trifft man Peter vor dem  “Sidewalk Café“, ein beliebter Lunch-Spot für Touristen aus aller Welt. “Venice ist ein ganz besonderer Ort, es ist magisch hier,” sagt er. “Es ist die letzte Straße in der nördlichen Hemisphäre, auf der man wahrhaftig frei sein kann,” ist Peter überzeugt. Und doch: irgendwann bröckelt selbst bei ihm  der kalifornische Optimismus: Der Ort ziehe nicht mehr die Menschen an, die sich inspirieren lassen und die Freiheit suchen, sagt Peter. „Und um ehrlich zu sein, bin ich ganz schön abgefuckt. Aber ich bin happy.“

 

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