Döner für Hollywood

Auf Berlins Straßen regiert der Döner. Das gefüllte Fladenbrot ist der König des Fast Foods. In Deutschland. Und wenn es nach Matthias und  Simon Classen geht, dann steht dem Döner auch in den Streets of Los Angeles ein Siegeszug bevor. Die Brüder wollen die Kalifornier so richtig auf den Geschmack bringen. Dafür haben sich in bester Lage eingemietet. Mitten in Beverly Hills. Ob da bald die ganz großen Stars anbeißen?  Einen potenziellen Promi-Fan haben die zwei direkt in ihrer Nachbarschaft: Heidi Klum. was für eine perfekte Werbung, wenn selbst ein Supermodel für den Berliner Straßen-Snack  ab und zu die Klimmper-Augen zudrückt. Ob Heidi schon ahnt, dass bei ihr um die Ecke so eine Verlockung lauert?

Nach Original-Rezept von Adir Nurman

Aber ein Hollywood-Schicki-Micki-Ding wollen die Brüder glücklicherweise nicht aus dem guten alten Döner machen. Dafür ist eine Portion auch viel zu groß! Nein, es soll L.A.s erster, hundertprozentig authentischer „Berlin Döner“ sein. Wie eine kleine Hommage an den türkischen Gastarbeiter Adir Nurman, der 1972 den Snack zum ersten Mal am Kurfürstendamm in der deutschen Hauptstadt und Partnerstadt von L.A. verkaufte. Eine Idee, die nicht nur bei Nurmans-Landleuten hervorragend ankam, sondern auch bei den Deutschen für Begeisterung sorgte. Nach genau diesem Vorbild wollen es nun auch die zwei Jungunternehmer in Amerika schaffen.

Das größte Problem: das Fladenbrot

„Wir haben ein Original-Kiez-Rezept mitgebracht und auch  unsere gesamte Küchenausstattung in Deutschland besorgt und importiert“, erklärt der 35 Jährige Matthias. der vor seiner Auswanderung sogar noch ein Praktikum bei Berlins Kebab-Profis absolvierte. Für seinen großen Traum investierte er mit seinen Geschwistern nicht nur in die gute Lage des Ladens, sondern vorher in Gründungs-Seminare und richtige Döner-Teststrecken. „Eine große Herausforderung war definitiv die Rezeptur für das Fladenbrot“, erinnert sich Matthias. “ Das waren bestimmt über hundert Backproben, bis es endlich geklappt hat!“ Grund: Die trockene kalifornische Luft, die andere Mehlkörnung und die  unterschiedlichen Hefekulturen machten es für die Jungs unmöglich, einfach das deutsche Rezept nach zu backen. In einer Versuchsküche feilten sie Nächtelang an dem perfektem Rezept.

Alle Ersparnisse für den großen Traum vom Döner-Laden in L.A.

In diesem Frühjahr war es dann soweit.  Ihr gespartes Geld  steckten die Jungs erst in ein mittelmäßig laufendes Bubble-Tea-Geschäft. Was in Deutschland überhaupt nicht funktioniert – in den USA aber tatsächlich  viele Fans hat. Und genau das machten sich die Brüder zunutze. Sie behielten die Glibber-Perlen-Drinks im Sortiment und damit auch die Stammkunden bei Laune. „Wir haben zu jedem Tea immer Döner-Häppchen verteilt. Das hat sich schnell herumgesprochen!“ Inzwischen kommen die Kunden extra wegen der Döner zu Matthias in den Laden.

Die Alu-Folie – mehr als ein Warmhalter

Kein Wunder. Saftig gegrilltes Fleisch vom Spieß. Serviert mit etwas Salat, Zwiebeln und ein paar Scheiben Tomate. Eine pikante Soße, die auf der Innenseite des gerösteten und frisch aufgeschnittenem Fladenbrots verteilt wird. Erst dann darf die in einer separaten, und genau nach Kundenwunsch zusammengestellte Fleisch- Salatmischung hinein.  Der krönende Abschluss: Das Alupapier. Liebevoll umwickelt, damit der Bratensaft mit der so wunderbar verbundene Soße nicht heraustropft. Döner-Liebhaber wissen, das es einzig nur darum geht. Und natürlich nichts mit warmhalten zu tun hat. Denn mal ehrlich. Wer kann denn so etwas sagenhaftem  länger als zwei Sekunden widerstehen? Das ist doch Hollywoodreif!

 

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2 Responses to “Döner goes Hollywood!”

  • Tolle Sache, viel Erfolg. Wenn ich das aus dem Beitrag richtig in Erinnerung habe, wollt Ihr expandieren. Schon mal über Franchise nachgedacht? Wenn ja, wie wären denn die Konditionen. Bin interessiert.