Im Museum der verlorenen Beziehungen dreht sich alles um die Tragik

„Jeder kann sich mit diesen Gefühlen identifizieren, jeder hat schon mal im Leben diesen tiefen Trennungsschmerz, das Ende einer Beziehung erlebt,“ sagt John B. Quinn, Leiter des  „Museum für verlorene Beziehungen“. Direkt in der Nähe des von Touristen überströmten Madame Tussaud Wachsfiguren-Museums am belebten Hollywood Boulevard, zeigt die Ausstellung mehr als 100 anonym eingereichte Artefakte, versehen mit der ganz persönlichen, tragischen Geschichte. Träume, die oft in Tragik enden.

Museum-Realtionships-3web

Die Brustimplantate.
Photo by: Esther Kleine

Implantate bis Domina-Pumps

Ein Hochzeitskleid im Gurkenglas – die Ehe ging nach drei Jahren zu Bruch. Getragene rote Pumps von einer Domina – sie bemerkte zu spät, dass sie ihre grosse High School Liebe“ bediente“. Oder ein Paar Silikon-Brustimplantate, die der Ex-Freund einer jungen Frau kaufte, in Anspielung an seine Vorstellung von ihrer Oberweite. In der Ausstellung findet sich außerdem der Bericht über eine Frau, die plötzlich merkte, dass sie asexuell ist. Das Artefakt dazu: Gleitgel und Spiel-Würfel. Jemand anderes erfuhr durch den Tod ihres Ex-Freundes erst, dass dieser AIDS hatte und ihr deswegen den Sex verweigerte.

Museum-Realtionships-2-web

Eine Geschichte aus Deutschland ist auch mit dabei.
Photo by: Esther Kleine

Kaputte Liebe als Thema

Die Ausstellung erzählt nicht nur von dem Ende der klassischen Liebesbeziehung. Nein, auch platonische Freundschaften, Familien, Ideen und Träume gingen auseinander. Ein älterer Herr schrieb zu einem Glückslos: „Meine Freunde nahmen ohne mich an der Lotterie teil. Das fand ich heraus, weil sie sie gewannen. Seitdem ist die 4er-Clique nur noch zu zweit. Nach 60 Jahren!“ Ein weiterer Familienvater ist seit einem Unfall plötzlich schwerbehindert, andere verunglückten gar tödlich. Wieder andere gingen in den Urlaub und kamen nie wieder zurück. Kurator John B. Quinn meint dazu: „Dieses sind Geschichten von Menschen, die alle eine zerbrochene Art von Beziehung hinter sich haben, etwas das wir alle in unserem Leben irgendwann mal erlebt haben, mit viel Herz und Schmerz.“

Die Idee für die Ausstellung bekam er auf einer Reise in Zaghreb. „Das musste ich nach L.A. bringen, ja, ausgerechnet L.A., denn viele Menschen kommen hierher, um ihren Traum zu leben und viele gescheiterte Persönlichkeiten enden ebenso genau hier.“ Quinn selbst ist Anwalt für Zivilprozesse mit Liebe zur teuren ausgefallenen Alltagskunst.

Mehr info zum Museum finden Sie hier.

Photos: PR

Leave A Comment

Your email address will not be published.