Daniel Roessner, am 14. September startete die neue Staffel von „Alarm für Cobra 11“ mit 13 neuen Folgen (immer Do., 20:15 Uhr, RTL). Die Serie läuft bereits seit 1996. Was ist Ihrer Meinung nach das Erfolgsgeheimnis des Dauerbrenners?

Daniel Roessner: Die Serie wird einfach nie langweilig. Wir alle, das komplette Team, versuchen immer wieder, uns neu zu erfinden.

In Ihrer Rolle als Paul Renner bilden Sie seit über einem Jahr ein unschlagbares Duo mit Erdogan Atalay alias Semir Gerkhan. Was macht die beiden so einzigartig und inwiefern unterscheiden sie sich von den vielen „Tatort“-Ermittlern?

Bei uns wird deutlich mehr gehandelt als geredet. In den meisten anderen Krimis werden die Verdächtigen gefragt, wo sie waren, als sich der LKW auf der Autobahn überschlug, bei uns dagegen wird alles gezeigt. Und wenn wir dem Täter auf die Schnauze hauen müssen, besprechen wir das nicht vorher, sondern tun es einfach. Zudem sind unsere Dialoge ziemlich witzig, nie langweilig.

Wie ist die Zusammenarbeit mit Erdogan Atalay für Sie?

Wir haben manchmal unterschiedliche Ansichten, wie bestimmte Szenen zu spielen sind. Damit setzen wir uns kritisch, aber konstruktiv und kreativ auseinander, tauschen uns aus und erarbeiten uns die Szenen, die durch diesen Prozess letztlich besser werden. Wären wir ganz harmonisch immer nur einer Meinung, würden wir dieses Ergebnis wahrscheinlich nicht erzielen.

Hat es schon mal zwischen Ihnen beiden gekracht?

Nein, wir wollten uns bislang noch nie gegenseitig hauen (lacht). Im Ernst: Es gab noch nie Zoff. Wir sind sogar mittlerweile richtig gute Freunde geworden.

Erdogan Atalay ist 50, Sie erst 33. Er könnte altersmäßig also fast Ihr Vater sein…

Dass er bereits 50 ist, verblüfft mich immer wieder. Er ist jung geblieben und verhält sich manchmal noch wie ein 20-Jähriger.

Inwiefern?

Er kann ein richtiger Heißsporn sein. Und sich entspannt auf den Jüngeren zu verlassen, ist auch nicht gerade seine Stärke (grinst).

Welche Gemeinsamkeiten haben Sie mit Ihrer Rollenfigur?

Sehr viele. Wir sind beide Freigeister, lieben es, alternativ zu leben. Außerdem verbindet uns die Liebe zum Wassersport. Und wie Paul bin auch ich nicht verplant, mein Leben nicht strukturiert. Ich entscheide viele Dinge spontan und aus dem Bauch heraus.

Was ist der größte Unterschied zwischen Ihnen?

Paul ist sehr in seiner Stadt verwurzelt. Da bin ich völlig anders: Ich will immer weg, wäre gerne heute an dem einen Ende der Welt, morgen an dem anderen.

Wie würden Sie sich selbst sonst noch mit wenigen Worten beschreiben?

Ich bin spontan, offen und immer interessiert an neuen Dingen. Ich hasse Langeweile. Faulenzen steht nur sehr selten auf meiner To-do-Liste, denn dafür finde ich das Leben einfach zu aufregend.

Haben Sie irgendeine Macke?

Ich bin sehr ungeduldig. Wenn Dinge nicht so laufen, wie ich es gerne hätte, kann ich schnell ziemlich ungehalten werden. Ich bin ein Perfektionist, sehr selbstkritisch, aber auch für Kritik anderer immer offen.

Daniel als Polizist Paul Renner in „Alarm für Cobra 11“.

Ein Wort, das man immer wieder von Schauspielern hört, ist „Selbstzweifel“. Wie sehr sind diese bei Ihnen ausgeprägt?

Ich finde das Wort ganz furchtbar. Selbstkritik finde ich deutlich besser. Ich reflektiere mich, bei allem was ich mache, sehr oft und intensiv. Manchmal gibt es Verhaltensweisen anderer Leute, die einen stören. Aus meiner Sicht sind dies aber oft nur Reaktionen auf das eigene Verhalten. Ich versuche dann, mögliche Fehler zunächst einmal bei mir selbst zu suchen.

In „Alarm für Cobra 11“ wurden bereits tausende Autos abgewrackt. Sind Sie eigentlich ein guter Autofahrer?

Da ich in meinem Leben schon unglaublich viele Kilometer abgerissen habe, kann ich ganz unbescheiden behaupten, dass ich ein sehr guter Autofahrer bin. Auch rückwärts einparken ist kein Problem – egal, ob mit Vollgas und quietschenden Reifen oder auch ganz langsam und entspannt (lacht).

Es heißt, Sie hätten schon viele Strafzettel kassiert…

Stimmt! Dafür ging leider schon sehr viel Geld drauf. Mal waren es Geschwindigkeitsüberschreitungen, mal Parkverstöße. Ich musste sogar mal meinen Führerschein abgeben, weil ich zu viele Punkte gesammelt hatte. Leider Gottes ist es so, dass ich gerne schnell fahre und Verbotsschilder auch mal ignoriere. Darauf bin ich nicht stolz, deshalb habe ich mir fest vorgenommen, mich zu bessern.

Als Hauptkommissar Paul Renner sorgen Sie für Recht und Ordnung. Sind Sie im wahren Leben mal mit polizeirelevanten Themen in Berührung gekommen?

Nein, von den erwähnten Verkehrsdelikten abgesehen, bin ich noch nie straffällig geworden.

Wie waren Sie als Jugendlicher?

In der Schule war ich der Klassenclown, hatte eine große Klappe und war vor allem den Lehrern gegenüber frech wie Dreck. Es gab Klassenbucheinträge zuhauf, weil ich immer wieder aus dem Unterricht geflogen bin. Ich hatte einen Mathelehrer, der mich am liebsten gleich zu Beginn einer jeden Stunde aus dem Klassenzimmer verbannt hätte. Er wusste, dass er sich nach fünf Minuten ohnehin dazu gezwungen sehen würde. Ich habe eben gerne viel gequatscht und Blödsinn gemacht, letztlich aber dennoch das Abitur geschafft.

Paul Renners Revier ist die Autobahn, Ihres ist das Wasser. Sie sind eine richtige Wasserratte und ein begeisterter Surfer. Woher kommt diese Leidenschaft?

Die habe ich Hannes Jaenicke zu verdanken.

Daniel Roessner mit seinem Serienpartner Erdogan Atalay aus „Alarm für Cobra 11“

Sie haben ihn 2004 kennengelernt, als Sie in Los Angeles auf die Schauspielschule gegangen sind…

Ja, es war ein purer Zufall, der mein Leben aber total verändert hat. Ich habe Hannes damals ein Käfer-Cabrio abgekauft. Einige Zeit später bin ich bei ihm als Roommate eingezogen. Er wurde mein Mentor, Ziehvater und ist heute mein bester Freund und neben meinen Eltern einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben. Anfangs haben wir uns fast nur über die Schauspielerei unterhalten, ich bekam von ihm viele gute Ratschläge. Eines Tages fragte er mich, ob ich nicht Lust hätte, mal mit ihm und seiner Freundin surfen zu gehen. Als ich dann erstmals auf dem Brett stand, war es um mich geschehen. Mein Leben fand fortan nur noch am Meer statt.

Dabei haben Sie, als Sie damals nach Los Angeles gegangen sind, nicht nur von einer großen Schauspielkarriere, sondern nach eigener Aussage auch von einem großen Haus und einem dicken Auto geträumt…

Das war einmal. Meine Prioritäten haben sich inzwischen komplett verschoben. Durch meine Surfleidenschaft führe ich ein sehr naturnahes, freies, einfaches und vor allem aufregendes Leben. Ein großes Haus und eine dicke Karre wären heute mein größtes Unglück. Besitz belastet. Und wenn ich den Drang verspüre, mal einen Ferrari fahren zu müssen, leihe ich mir den eben für zwei Tage.

Statussymbole sind demnach vermutlich nicht Ihr Ding…

Nein, damit kann ich nichts anfangen. Bei anderen Menschen interessieren mich nicht ihre Besitztümer, vielmehr ist es mir wichtig, dass sie sozialkompetent, interessant und weltoffen sind.

Wie wichtig ist Ihnen Geld?

Es ist nur insofern wichtig für mich, weil ich mir damit Freiheit und Ungebundenheit erkaufen kann. Könnte ich mir keine Krankenversicherung leisten, würde ich bei meinem Lebensstil, wenn es dumm läuft, blitzschnell in der Armut versinken. Zum Glück muss ich mir diesbezüglich keine Sorgen machen.

Hatten Sie schon mal Existenzängste?

Nur als junger Schauspieler, was wohl ganz normal ist. Ich habe in meinem Leben bis jetzt sehr viel Glück gehabt. Sollte es irgendwann mal anders laufen, wäre ich mir definitiv nicht zu schade, beispielsweise wieder als Kellner zu arbeiten. Auch als Surflehrer kann ich Geld verdienen. Da ich mit Hu´chu Production meine eigene Produktionsfirma habe, mit der ich auf nachhaltiger Ebene Surfbretter designe, liegt hier sowieso mein zweites Standbein. Außerdem habe ich eine unglaublich tolle Familie, die mich auch dann auffängt, wenn ich großen Mist bauen würde. Für Existenzängste sehe ich bei mir aber keinen Grund. Das wäre sicher anders, wenn ich eine große Villa hätte mit einem Porsche vor der Tür und einer Frau, die jeden Tag fette Klunker erwartet. Ich brauche nur sehr wenig zum Leben.

Vor „Alarm für Cobra 11“ haben Sie eine Hälfte des Jahres als Schauspieler gearbeitet, die andere Hälfte am Meer gelebt oder in Ihrem VW-Bus, mit dem Sie von Strand zu Strand gefahren sind. Jetzt wohnen Sie in Köln fernab vom Meer…

Ich vermisse es sehr, dass ich das Meer hier nicht täglich vor der Nase habe. Nach Los Angeles komme ich momentan nur noch in den zwei Wochen Urlaub, die ich im Jahr habe. Dafür fahre ich mit meinem umgebauten VW-Bus zwischendurch schon mal an die holländische Nordseeküste.

Immerhin wohnen Sie nun auf einem Hausboot, das im Rhein liegt…

…und somit habe ich das Wasser immer in meiner Nähe. Wie gesagt: Ich mag alternative Lebensstrukturen. Dieses Hausboot passt für den Moment super zu mir. Ich fühle mich dort sehr wohl.

Sind Sie ein Stück weit ein Einzelgänger?

Ich bin gerne mit Leuten zusammen, habe auch viele Freunde. Aber mein Globetrotter-Lebensstil, meine Flippigkeit, mein Ideenreichtum – all das lässt sich besser alleine umsetzen. Daher bin ich tatsächlich eher ein Einzelgänger.

In der letzten Staffel von „Alarm für Cobra 11“ geriet Paul in Liebesangelegenheiten ziemlich ins Schleudern. Welche Rolle spielt die Liebe in Ihrem Leben?

Das behalte ich gerne für mich.

Sie werden oft als Frauenschwarm bezeichnet, was nicht verwundert, da ein Surfer-Boy wie Sie genau das verkörpert, was sich viele Frauen wünschen: Sportlichkeit, Coolness, Leichtigkeit. Stehen die Frauen demnach bei Ihnen Schlange?

(lacht) Nein, das tun sie nicht. Ich sehe mich auch nicht als Frauenschwarm. Aber es ist auch nicht so, dass ich einsam und alleine durch die Welt gehe. Zwischen dem weiblichen Geschlecht und mir gibt es durchaus gegenseitiges Interesse.

Was halten Sie von One-Night-Stands?

Ich finde, das sollte man mal erlebt haben (grinst). In einer festen Beziehung wäre es für mich aber selbstverständlich tabu.

Was ist Ihnen wichtig bei einer Frau?

Ich liebe interessante und aufregende Frauen – besonders wenn sie selbstbewusst sind, ihren eigenen Kopf haben, mir Paroli bieten und andere Facetten des Lebens zeigen können. Grundsätzlich mag ich Menschen, von denen ich etwas lernen kann. Optisch ist mir das egal: Ob blond, schwarz oder brünette – viel wichtiger ist mir, dass man in einer Beziehung durch gemeinsame Erlebnisse und Abenteuer zusammenwächst.

Viele Menschen in Ihrem Alter träumen von einem Leben mit Familie in einem schönen Haus mit großem Garten. Für Sie klingt das vermutlich eher spießig…

Jeder so wie er mag, aber für mich wäre das nichts. Ich bin das krasse Gegenteil eines Spießers. Aber wer weiß, was die Zukunft bringt. Das Leben verändert sich ja immer wieder. Man kann auch jederzeit von einem VW-Bus überrollt werden.

Möchten Sie denn mal heiraten? Und wie sieht es aus mit Kindern?

Das werden wir sehen…

Sie haben einen durchtrainierten Körper, Sixpack inklusive. Müssen Sie dafür hart trainieren?

Bislang reichte Wassersport dafür aus. Aber seitdem ich in Köln lebe, muss ich mich mit anderen Sportarten fit halten und gehe nun auch öfter mal ins Fitnessstudio, was ich zuvor nie gemacht habe.

„Alarm für Cobra 11“ ist voller Actionszenen. Wie viele der Stunts machen Sie selbst?

Etwa 80 bis 90 Prozent. Da ich körperlich fit bin, wird mir das erlaubt, sofern es nicht zu gefährlich ist, die Versicherung mitspielt und unsere Koordinatoren ihr „Go“ geben.

Haben Sie in Ihrem Leben schon mal einen Schutzengel benötigt?

Oh ja, zwar nicht am Set, aber privat habe ich schon einige heikle Situationen hinter mir, in denen mein Großvater – er starb, als ich neun war – seine schützende Hand über mich gehalten hat. Das war auch dringend nötig.

Erzählen Sie bitte weiter!

Ich hatte zwei heftige Motorradunfälle – den ersten mit 21 in Los Angeles, als ich wie durch ein Wunder nur ein paar Schrammen davontrug, und einen zweiten Ende des vergangenen Jahres, woraufhin ich mich einer Knieoperation unterziehen musste. Und mit 16 hatte ich in Kalifornien einen schlimmen Snowboardunfall, bei dem ich mir zwei Wirbel gebrochen hatte und nur ganz knapp an einer Querschnittslähmung vorbeigekommen bin. Ich wäre also fast im Rollstuhl gelandet. Wie schon gesagt: Ich kann mich in meinem Leben über mangelndes Glück wirklich nicht beklagen…

„Kommissar Laim“ in L.A.

Tokio Hotel: Bill wird zur Drag-Queen im Video zu „Boy Don’t Cry“

„Why Don’t We“: Diese Boyband will alle Rekorde knacken

50 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Los Angeles und Berlin mit großer Sause

Thor – der Donnergott

Hunde-Yoga mit dem ehemaligen *NSYNC-Sänger Lance Bass

Hans Röckenwagner

Leave A Comment

Your email address will not be published.