Wenn Alexa Meade einen Pinsel in die Hand nimmt, bemalt sie statt Leinwänden echte Menschen und verwandelt ihre Models mit gekonnten Pinselstrichen in atmende Portraits. Um die perfekte Illusion zu schaffen, spielt die junge Künstlerin aus Los Angeles mit Licht und Schatten und verschiedensten Farben. Am Ende verschmelzen ihre Figuren mit dem Hintergrund – und aus 3D wird plötzlich 2D.

Alexa Meade malt die perfekte Illusion

Echt oder gemalt? Photo: Dajana Pürsten

Doch hinter dieser besonderen Maltechnik steckt viel Arbeit. Acht Stunden braucht Alexa Meade, um die Hintergründe und die Szenerie zu schaffen, mindestens eine weitere Stunde benötigt sie für das Bemalen ihrer Models – schließlich werden diese von der Ohrmuschel bis zum Fuß in Farbe eingehüllt. Wie es sich anfühlt, vom Menschen zum Gemälde zu werden, beschreibt Model Jeffrey so: „Etwas derartiges habe ich zuvor noch nie gespürt. Es fühlt sich merkwürdig kalt an, so als würde man eingegipst werden. Ich fühle mich nicht mehr wie ein realer Mensch, eher wie ein Objekt“.

Aus Menschen wird 2D-Kunst

Für die perfekte Verwandlung der Szene von 3D zu 2D folgt nach dem Painting-Prozess ein mehrstündiges Foto-Shooting. Damit  Alexa Meades Kunst nicht vergänglich ist. Ihre verblüffenden Arbeiten brachten der jungen Kalifornierin weltweit Anerkennung. Models stehen Schlange, um von ihr bemalt zu werden. Im Mai wurde sie sogar mit dem “Tribeca Disruptive Innovation Award 2017” ausgezeichnet.

Von der Politik zur Kunst

v.l.: neuH-Reporterin Dajana, das bemalte Model und Künstlerin Alex. Photo: Melanie Hillmann

Geplant hatte Alexa Meade ihr Künstlerdasein allerdings nicht. Die heute 31-Jährige studierte Politik und war 2008 sogar als Presse-Assistentin für Obamas Wahlkampf tätig. Aber tief in ihrem Inneren wusste sie schon damals, dass eine politische Karriere für sie nicht in Frage kommt. “Es war einfach nicht das, was ich mir für mich und meine Zukunft gewünscht habe“. Stattdessen fing Alexa Meade 2009 an im Keller ihrer Eltern in Washington D.C.,Früchte und Spiegeleier zu bemalen. “Die ursprüngliche Idee war es, Farben auf Schatten zu malen. Dann malte ich Farben auf Farben und realisierte, dass ich damit die Welt als zweidimensionales Gemälde erscheinen lassen kann”, so die talentierte Künstlerin.

Kunst statt ein „richtiger Beruf“

Das faszinierte Alexa Meade so sehr, dass sie entschied, ihre politische Karriere an den Pinsel zu hängen und zukünftig als Künstlerin zu arbeiten. Zur großen Überraschung ihrer Familie und Freunde: „Sie fanden die Idee verrückt. Aber ich wusste, dass es meine Bestimmung ist“. Also brachte sie sich das Zeichnen selbst bei und entwickelte ihre besondere Technik weiter. Die Kunst gegen einen „richtigen Job“ einzutauschen, war für die junge Frau kein einfacher Schritt. Schließlich musste sie sich erst einmal beweisen – angefangen bei ihren Eltern. Wie Alexa Meade verrät, hatten die ganz schön an der Entscheidung ihrer Tochter zu knabbern: „Meine Eltern hatten hohe Erwartungen, dass ich mit meinem Uni-Abschluss einen ‘richtigen’ Job bekomme, mit dem ich abgesichert bin. Mein Künstlerdasein ist also sehr weit von dem entfernt, was sie sich für mich vorgestellt haben. Sie konnten mit meiner Kunst zuerst nichts anfangen”.

Über Nacht zum Kunst-Star

Doch schon ein Jahr später änderte sich das Leben von Alexa Meade schlagartig. 2010 wurde ihre innovative Verflachungskunst in einem Blog erwähnt und ging über Nacht viral. Inzwischen hat die Künstlerin über 140.000 Follower bei Instagram und fast 530.000 Facebook-Fans. Mit Ausstellungen auf der ganzen Welt – darunter im “Grand Palais” des Champs-Élysées in Paris, der “Smithsonian National Portrait Gallery” in Washington, D.C., der “Saatchi Gallery“ in London und der „Ingo Seufert Gallery for Photography“ in München – gehört Alexa Meade heute zu den ganz Großen der Kunstszene.

 

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